Flexible Bewerber können noch punkten

Das Ausbildungsjahr 2016/2017 neigt sich langsam dem Ende zu, aber dennoch gibt es im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster noch offene Stellen zu besetzen. Bewerber, die flexibel und kurzfristig reagieren, können sich noch einen Ausbildungsplatz sichern.

Im Agenturbezirk wurden seit Beginn des aktuellen Berichtsjahres im Oktober 2016 genau 3.677 freie Ausbildungsstellen erfasst. Damit lag der Wert um 158 Stellen unter dem des Vorjahreszeitraums mit 3.835 gemeldeten Stellen, dennoch befinden sich Bewerber im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster in einer komfortablen Situation. Denn auch die Zahl der Bewerber um eine Ausbildungsstelle sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3.342 um 321 Personen auf derzeit 3.021. „Die Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist leicht rückläufig, durch die aber ebenfalls geringere Bewerberzahl kommen derzeit dennoch rein rechnerisch 1,22 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber“, fasst Joachim Fahnemann, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Situation zusammen. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei 1,15 Stellen je Bewerber. Bei einem Blick auf die derzeit noch unbesetzten Stellen und die Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, fällt das Ergebnis noch deutlicher aus. Hier kann ein Bewerber rechnerisch aus 1,45 noch freien Stellen wählen, zum Vorjahreszeitpunkt entfielen 1,26 unbesetzte Stellen auf einen Bewerber.

Der Ausbildungsmarkt in Münster
Deutlich mehr freie Stellen als potenzielle Bewerber

Der Trend in der Region, dass rechnerisch auf jeden Bewerber mehr als eine freie Ausbildungsstelle entfällt, verstärkt sich im Stadtgebiet Münster noch. Bis zum Juni 2017 wurden 2.216 freie Ausbildungsstellen gemeldet, denen standen aber lediglich 1.137 registrierte Bewerber gegenüber. Auf jeden Bewerber kamen somit rund 2 Ausbildungsstellen. Im Vorjahreszeitraum fielen auf jeden Bewerber noch 1,78 Stellen.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in Münster hat sich aus Sicht der Ausbildungsbetriebe weiter zugespitzt“, so Fahnemann. Während Jugendliche aus einem großen Spektrum freier Stellen wählen konnten, haben Betriebe zum Teil Probleme, überhaupt Bewerber zu finden. „Hier kann eine Lösung darin liegen, gezielt auch Bewerbergruppen anzusprechen, die bisher aus Unternehmenssicht nicht unbedingt die erste Wahl gewesen wären“, führt Fahnemann weiter aus. „Die Agentur für Arbeit bietet zahlreiche Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen an, die sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Auszubildende richten.“ Auch für Jugendliche, die bisher eine Ausbildung als Option nach der Schulzeit nicht in Betracht gezogen hatten, eröffnen sich so noch spannende Chancen. Auch Jugendliche, die sich zunächst nicht für eine Ausbildung nach der Schulzeit entschieden hätten, könnten noch zum Zug kommen, führte Fahnemann weiter aus. Es sei dann weiter wichtig, sich rasch zu bewerben.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf
Noch offene Stellen für kurzentschlossene Bewerber

Im Kreis Warendorf suchten im Ausbildungsjahr 2016/2017 bisher insgesamt 1.884 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, ihnen standen 1.461 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Ein Blick auf die Zahlen des Vorjahres zeigt, dass sich die Bewerberzahl von 2.058 um 174 Personen auf den jetzigen Wert verringert hat. Auch die Zahl der gemeldeten Stellen war leicht rückläufig: Mit 1.546 Ausbildungsplätzen im Vorjahreszeitraum wurden im aktuellen Berichtsjahr bis Juni 85 freie Stellen weniger bei der Agentur für Arbeit gemeldet.

„Obwohl rechnerisch nicht für jeden Bewerber im Kreis Warendorf eine Ausbildungsstelle zur Verfügung steht, gibt es aber auch in dieser Region noch attraktive Chancen für kurzentschlossene Bewerber“, führt Fahnemann aus. Insgesamt 497 bei der Agentur für Arbeit gemeldete Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. „Dabei gibt es eine große Bandbreite von Berufen, in denen Auszubildende gesucht werden.“ Insgesamt 138 freie Stellen gibt es noch bei Unternehmen aus dem Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, weitere 72 unbesetzte Stellen werden für Arbeitgeber der Branchen Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik gemeldet. Betriebe aus dem Segment Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik meldeten bislang 39 zu besetzende Stellen, für die sich aber nur 23 Bewerber fanden.

„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juni entspricht der der letzten Jahre. Bewerber, die sich früh für eine Stelle beworben haben und gute Voraussetzungen mitbrachten, sind in der Regel bereits versorgt“, erläutert Fahnemann. „Jetzt gilt es Betriebe, bei denen noch Stellen verfügbar sind, und angehende Auszubildende zusammenzubringen.“ Dabei appelliert Fahnemann auch an Jugendliche, bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle flexibler zu werden. „Wir verzeichnen in den letzten Jahren häufig die gleichen Wunschberufe, für die sich viele Jugendliche begeistern. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Vielzahl an teilweise sehr ähnlichen Ausbildungen, die den jungen Menschen gar nicht geläufig sind und bei denen daher die Bewerberzahl deutlich geringer ist. Hier bieten sich spannende Chancen für Kurzentschlossene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.“

Zudem könne es auch helfen, so der Leiter der Agentur für Arbeit, die eigenen Prioritäten zu überdenken. „Schon allein ein etwas größerer Suchradius was Entfernung und Fahrzeit angeht, hilft oft dabei, freie Stellen zu finden. Bei diesen und anderen Fragen helfen aber auch die Berater der Agentur für Arbeit jederzeit weiter,“ führt Fahnemann aus.