Der lebensrettende Hölländische Griff

Wer in den vergangenen Wochen seinen Urlaub in den Niederlanden verbracht hat, hat möglicherweise gesehen wie Niederländer Ihre Autotüren von innen öffnen. Dies geschieht mit dem sogenannten „Holländischen Griff“, der unseren Nachbarn in den Niederlanden bereits in den Fahrschulen beigebracht wird. Auch in Deutschland wird der lebensrettende Griff in vielen Fahrschulen gelehrt, doch wie unsere Recherchen zeigten, längst nicht in allen.

Mit dieser einfachen Methode können die überwiegend schweren Unfälle deutlich minimiert werden. Denn ein unvorbereiteter Fahrradfahrer, der mit 20 km/h unterwegs ist, braucht in etwa 11 Meter Reaktions- und Bremsweg, doch dann hat es in den meisten Fällen bereits mit schlimmen Folgen gekracht.

Der westfälische Botschafter der Verkehrssicherheit, Udo Weiss, hat im Laufe seiner Dienstzeit als Leitender Polizeidirektor der Direktion Verkehr a.D., viele schlimme sogenannte Dooring-Unfälle (aus dem englischen „Door“, deutsch „Tür“) erlebt und kennt die Folgen, wenn ein Radfahrer beinah ungebremst gegen eine sich plötzlich öffnende Autotür fährt.

Weiss erklärt, “Dabei ist die Methode so einfach wie gut. Um Dooring-Unfälle zu verhindern, sollten Autofahrer die Fahrzeugtüren nicht mit der Hand öffnen, die der Tür am nächsten ist, sondern immer mit der anderen Hand.“ – Dieses Prinzip gilt für alle in Fahrzeugtürnähe sitzenden Personen.

Konkret bedeutet das:
Fahrer und Fahrerinnen öffnen ihre Tür nicht wie gewohnt mit der linken, sondern mit der rechten Hand. Bei Beifahrern genau umgekehrt, hier öffnet die linke Hand die Tür und nicht wie gewohnt die rechte Hand. Personen, die hinten sitzen, machen es genau so, wie die vor ihnen sitzenden Personen.

Durch diesen einfachen Trick wird die aussteigende Person automatisch dazu animiert, den gesamten Oberkörper zur Tür zu drehen. Durch diese untypische Bewegung wird beinah ein Schulterblick ausgelöst und der direkte Blick nach hinten freigegeben. Selbst der gefürchtete tote Winkel wird abgedeckt. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer, kann dieser sofort gesehen und abgewartet werden.

Der Griff sollte unbedingt auch an die Beifahrer empfohlen werden, da das Risiko beim Öffnen einer Autotür auf beiden Seiten in etwa gleich groß ist. Udo Weiss gibt noch zu bedenken, „Es gibt bundesweit alle 36 Minuten einen Unfall mit Radfahrern, wir alle können und müssen daran etwas ändern“.

Beachten sie bitte auch die gemeinsame Aktion mit TISPOL zur Verkehrssicherheit – Am 21.09.2017 gibt es den zweiten Tag ohne Verkehrsunfalltote!

Weitere Informationen unter: #ProjectEDWARD