Schauraum: Ein Wochenende voller Kultur

Schauraum-Zeit in Münster: Von Donnerstag, 31. August, bis Samstag, 2. September, verwandelt das Kunst- und Kulturfest die Plätze der Stadt in magische Orte und lädt in der Museumsnacht zum kostenfreien Besuch der Museen und Galerien ein.

Der Platz des Westfälischen Friedens hinter dem Rathaus zeigt sich im roten Designeroutfit, der Alte Fischmarkt rollt die Grüne Wiese aus und vor dem barocken Adelspalais Erbdrostenhof erklingen italienische Arien. Das Bahnhofsviertel avanciert zur Filmwerkstatt, ein Gerüst vor dem Dom dient als Theaterbühne und das Gebäude der NRW-Bank wird zum Kunsttempel. Der Verspoel zeigt Zukunftsperspektiven, das Kuhviertel präsentiert sich als Buchmeile und in der Museumsnacht laden rund 40 Kunstorte bis Mitternacht ein.

Roter Platz und Grüne Wiese
Zentraler Treff- und Informationspunkt des Schauraums ist der Rote Platz. An allen drei Tagen lädt die Open-Air Lounge mit rotem Teppich, weißem Designermobiliar, Livemusik, DJ-Sounds, Gastronomie und fantasievollen Lichtinstallationen auf den Platz des Westfälischen Friedens ein. Besucherinnen und Besucher können hier auch eine Arbeit der Skulptur Projekte sehen: „Laboratory Life“, eine Installation von Andreas Bunte mit sechs Postern, hinter deren QR-Codes sich eine interessante Geschichte verbirgt.

Auf dem Roten Platz eröffnet Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstag, 31. August, um 17.30 Uhr den Schauraum. Hier starten in der Museumsnacht am Samstag, 2. September, die Führungen und es darf bis 2 Uhr nachts gefeiert werden. (Donnerstag, 31.8., bis Samstag, 2.9.)

Ein paar Schritte weiter östlich holt der Alte Fischmarkt bereits zum dritten Mal die Grüne Wiese zwischen Geschäfte und Restaurants. Wo einst durch einen Klostergarten die Lilienbeeke floss und bis 1774 der Fischmarkt seinen Platz hatte, zeigen Studierende der MSD (Münster School of Design) unter dem Motto „Köder – am Haken von Produktdesignern“ ihren Blick auf den Alten Fischmarkt. Die Gastronomen vor Ort sorgen für das leibliche Wohl der Gäste. Nach Sonnenuntergang verwandeln Lichtinstallationen die Wände des Innenhofs in Wiesenlandschaften mit Vogelgezwitscher. (Donnerstag, 31. 8., bis Samstag, 2.9.)

Arien, Filmkunst und Gerüsttheater
Ab Freitag, 1. September, laden die Kaufleute des Salzstraßen-Viertels zu einer besonderen Symbiose aus Kunst, Musik und Kulinarik vor der barocken Kulisse des Erbdrostenhofs ein. Die lange Tafel auf der Piazza wird umrahmt von den Werken der Künstlerin Nairy Baghramian. „Beliebte Stellen“ heißen ihre Arbeiten aus Bronze, die sie zu den Skulptur Projekten für den Erbdrostenhof entworfen hat. Arien vom Balkon, romantische Beleuchtung und mediterrane Köstlichkeiten zaubern italienisches Flair. (Freitag, 1. 9., und Samstag, 2.9.)

Große Schauwerte werden auch auf dem Domplatz geboten, wo das Theater Saurüssel ein 12 mal 15 Meter großes Baugerüst in ein offenes, viergeschossiges Haus mit zwanzig Zimmern und einem buntgemischten Spektrum an Bewohnern verwandelt. Der Mikrokosmos aus Kuriositäten, Konflikten und Sympathien im Haus wird zum Symbol der Gesellschaft. (Freitag, 1.9., und Samstag, 2.9., 21.15 und 22 Uhr, www.makelab.de )

Multikulturell geht es im Bahnhofsviertel weiter. Die neunte Ausgabe von hbf ist eine künstlerisch-filmische Dokumentation über Menschen im Bahnhofsviertel. Unter der Leitung des georgischen Künstlers und Filmemachers Zauri Matikashvili zeigen junge Filmautoren ihren Blick auf Menschen im Bahnhofsviertel, die den multikulturellen Charakter des Ortes und seine soziale Durchmischung widerspiegeln. (Freitag, 1.9., bis Sonntag, 10.9.)

Filmkunst steht auch im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK) im großen Saal des Altbaus der NRW-Bank. Unter dem Titel „Sight Connection“ zeigen Johanna Reich und Daniel Burkhardt je eine neue ortsbezogene Arbeit. Burkhardts Film „The Chorus of Passing Footsteps“ wirft mit seiner extremen Untersicht einen ungewöhnlichen und irritierenden Blick auf die Architektur des Bankgebäudes. Reich zeigt in „Der Blick auf die Welt“ Projektionen auf menschliche Haut, begleitet von Stimmen und ganz persönlichen Bild-Geschichten. Die Ausstellung ist bis zum 21. Oktober 2017 zu sehen. (Freitag, 1.9., und Samstag, 2.9.)

Nacht der Museen und Galerien
Die beiden Ausstellungsprojekte sind auch Teil der Museumsnacht, mit der das Kunst- und Kulturfest am Samstag, 2. September, seinen Höhepunkt erreicht. Rund 40 Kunstorte laden mit vielen Sonderprogrammen und bei freiem Eintritt von 16 Uhr bis Mitternacht zum Kultur-Spaziergang durch die Stadt ein (Ausnahme: Das Kunstmuseum Pablo Picasso reduziert den Eintritt auf 3 Euro). In der Museumsnacht sind auch zahlreiche Arbeiten der Skulptur Projekte länger zugänglich.

Kunst mit fachkundiger Begleitung bieten mehrere geführte Touren. Drei thematisch unterschiedliche Rundgänge führen zu Ausstellungsorten in der Innenstadt. Zwei Bustouren haben den Hafen und den Hawerkamp zum Ziel.

Der Kulturrucksack-Familienrundgang für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und deren Familien und Freunde, steht dieses Mal ganz im Zeichen der Skulptur Projekte.

Alle Rundgänge und Touren sind gratis. Sie starten am Infozelt auf dem Roten Platz. Dort oder telefonisch unter 0170/9 14 66 12 kann man sich ab Donnerstag, 31. August, 15 Uhr anmelden.

Noch mehr Schauräume gibt es in der Museumsnacht im Kuhviertel bei der Nacht der Bouquinisten unter dem Motto „Kunst im Buch“ (Samstag, 2.9.) und am Verspoel zu sehen. Projektgruppen der MSD zeigen ihre Zukunftsentwürfe für die Straße im Süden von Münsters Altstadt. Dazu laufen in den Abendstunden Film- und Fotoprojektionen. (Samstag, 2.9.)

Alle Informationen zum Schauraum enthält ein Programmheft. Es liegt aus in der Münster-Information im Stadthaus 1 sowie in Museen und Galerien. Online steht es unter www.marketing.muenster.de