Wenn das Herz berührt wird

Die in Münster verankerte Pagode Phuong Quang, überzeugte am vergangenen Sonntag, Buddhisten wie nicht Buddhisten mit der Zeremonie der Dankbarkeit. Die Feierlichkeiten fanden den ganzen Tag über statt, und wurden bei bestem Superwetter zur Freude der Gemeinde bis in die frühen Abendstunden zelebriert. Die geladenen Ehrengäste der Pagode waren überrascht, denn auch wenn einige die feierlichen Feste auf dem Gelände schon kannten, gelang es dem ehrwürdigen vietnamesischen Zen-Meister Thích Minh Thông der Pagode, gemeinsam mit den vielen freiwilligen Helfern, die Anwesenden tief in Ihren Herzen zu berühren.

In der tiefen Berührung des Herzens liegt auch der Grund dieses Festes. Die Vorfahren, die einst das eigene Leben ermöglichten, sollen und dürfen niemals vergessen werden, ebenso die Aufopferungen und Liebe, mit denen die Nachfahren im Leben geleitet wurden. Das Fest dient der Erinnerung und der Dankbarkeit für lebende und bereits gestorbene Personen, die uns zu dem machten, was wir sind.

Möglich wurde dieses Fest, so wie fast alle anderen Feste der Pagode, nur durch die Menschen, die im Ehrenamt für die Gemeinschaft tätig sind. Sie tun dies oft nach sehr harten und anstrengenden Arbeitstagen und opfern dafür Ihre ohnehin schon knapp bemessende Freizeit.

Mit dem Abschluss der Gebetszeremonie, in der für die Verstorbenen gebetet wird, damit die Seelen an den Ort Ihrer Wünsche gelangen, wurden handgefertigte Erinnerungs-Rosen verteilt.

Drei unterschiedliche Rosen
Rot (Wenn beide Elternteile noch leben)
Rosa (wenn nur noch ein Elternteil lebt)
Weiß (Wenn beide Elternteile bereits verstorben sind)

Allein bei der Verteilung flossen bei vielen Beteiligten die Tränen und Herzen wurden berührt.
Im Normalfall enden die Feste mit einem gemeinsamen Abendessen. Doch diesmal ehrte der Zen-Meister der Pagode die geladenen Ehrengäste aus Prominenz, Politik, und ausgewählter Bürgerschaft, mit dem Schlagen der großen Glocke, bevor es zum gemeinsamen Abendmahl ging.

Zu allen Festen der Buddhisten sind Gäste stets willkommen und erwünscht. Für die Pagodengemeinschaft ist ein jeder Besuch aus anderen Kulturen eine große Ehre. „Der kulturelle Zusammenhalt, auch der Nicht-Gläubigen, ist eines der höchsten Güter unserer Welt“, bekräftigte das Moderatoren-Team, welches jeweils zur Hälfte der Veranstaltung deutsch sprach.

Die nächste Möglichkeit für interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Glaubensrichtungen bietet sich zum Laternenfest am 08.10.2017, und ganz besonders zum Neujahrsfest am 18.02.2018.