Zeugnisse von Macht und Pracht

Wo ist der Anspruch auf Macht im Mittelalter noch heute erkennbar? Wie drückte sich der Bürgerstolz des 19. Jahrhunderts aus? Wo offenbart sich der Prunk des Barock? Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, richtet sich der Blick auf Zeugnisse und Zeugen von „Macht und Pracht“.

Zahlreiche Aktive der Denkmalpflege nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine so faszinierende wie aufschlussreiche Reise in die Vergangenheit. Sie öffnen den Blick für die prachtvolle Architektur, in der sich bis heute weltliche oder religiöse Herrschaftsansprüche von Bauherrn spiegeln. So wird politisches Machtbewusstsein wie das des Fürstbischofs Bernhard Christoph von Galen in Kinderhaus, Mecklenbeck oder bei seinem Epitaph im Dom der Nachwelt vor Augen geführt. Adeligen Glanz verströmen die prachtvollen Schlaun’schen Bauwerke Erbdrostenhof oder das Residenzschloss auch heute noch. Adelige Pracht findet sich aber auch auf Haus Brock oder in der Königsstraße. Im Rüschhaus schuf sich Schlaun einen repräsentativen Sommersitz in der Kombination zwischen westfälischem Bauernhof und herrschaftlichem Landsitz. Von ländlichem Wohlstand dagegen zeugen Haus Coerde oder Haus Kump. Auch die Kirchen sind Zeugnisse der Selbstdarstellung ihrer jeweiligen Zeit.

Doch damit nicht genug: Interessierte können beim Denkmaltag Archäologie hautnah erleben oder sich von der präzisen Arbeit der Denkmalpfleger überzeugen.

Ob Radtour, Führung Vortrag oder Lesung – alles ist kostenlos am Denkmaltag. Einem Sonntagsausflug der etwas anderen Art steht also nichts im Wege. Der Tag klingt um 17 Uhr mit der szenischen Lesung „Wenn alle Lippen Funken sprühen“ aus den Werken der Droste am Haus Rüschhaus aus.

Mit dem informativen Programmheft zur Hand lässt sich der Tag problemlos gestalten. In der Regel ist eine Anmeldung nicht notwendig, nur kann es manchmal an nachgefragten Punkten Wartezeiten geben. Die Broschüre ist ab sofort erhältlich in der Münster-Information im Stadthaus 1, der Stadtbücherei und den Bezirksverwaltungen. Auch im Internet ist sie zu finden (www.muenster.de/stadt/denkmal). Einige Veranstaltungen sind auch für Menschen mit Behinderungen geeignet. Hinweise dazu finden sich im Programm.