Münsteranerin Ruth Blanke stellt Kunstwerke im Kirchenfoyer aus

Mut und Wut – zwei Gefühle, die sich in großen Lettern an der Wand im Kirchenfoyer Münster zu spiegeln scheinen. Mut und Wut – zwei Gefühle, die Ruth Blanke veranlassten, kreativ zu werden. Das Ergebnis ist eines von insgesamt 19 Kunstwerken, die die Münsteranerin und ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kirchenfoyer ab Freitag, 29. September, in den Räumen an der Salzstraße/Ecke Lambertikirchplatz ausstellt.

„Die Malerei zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, erklärt Blanke, die früher bei einem großen Bankkonzern tätig war. Schon immer habe sie in der Kunst einen Ausgleich zum täglichen Umgang mit Zahlen gefunden. Von der klassischen Malerei über Collagen bis hin zu Skulpturen und Installationen – Blanke bedient sich verschiedener Techniken, um ihre Gedanken auszudrücken.

Die im Kirchenfoyer ausgestellten Bilder sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Das Titelbild der Ausstellung „Mut und Wut“ ist das älteste aus dem Jahr 2007. „Man braucht Mut, um Wut zu zeigen“, erklärt Blanke. „Ich habe mir mit diesem Bild selbst Mut gemacht.“ Die beiden Wörter Mut und Wut prangen überdimensional groß auf Alltagsszenen, genommen aus Hochglanzmagazinen und Werbeprodukten. „Ich habe all das verwendet, das mir spontan begegnet ist“, erinnert sich die Künstlerin und ergänzt: „In der Kunst muss man spontan sein, damit die Lebendigkeit nicht verloren geht.“

Neben dem jüngsten Bild mit dem Titel „Silentium“, das erst in den vergangenen Monaten entstanden ist, findet sich auch eine Schnitzarbeit unter den ausgestellten Werken. Sie stammt nicht von Blanke selbst, sondern von ihrem Großvater, der Bildhauer war. Das Relief ist 1890 entstanden und zeigt Jesus und die Samariterin. Ein Werk, das der Münsteranerin am Herzen liegt: „Ich habe das Bild erst vor kurzem geerbt und möchte die Arbeit meines Großvaters damit würdigen“, sagt sie.

Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, und Klaus Herold, Mitglied des Kunstausschusses, wünschen sich, dass die Bilder zum Gespräch anregen. „Sie dürfen Fragen stellen, vielleicht auch ein wenig in Frage stellen, und andeuten, wo Antworten liegen können“, erklärt Herold. Besucher und Passanten seien eingeladen, die versteckten Botschaften der Bilder zu entdecken und zu deuten, ergänzt König. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 29. September, um 19 Uhr. Bis Donnerstag, 26. Oktober, sind die Werke von Ruth Blanke dann im Kirchenfoyer zu sehen.