Investitionsbereitschaft spürbar gestiegen

Die Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region befindet sich „in wirklich guter Form“. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Und: „Die Aussichten für die nächsten Monate sind ebenfalls gut“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, der den IHK-Konjunkturbericht heute (6. Oktober) in Münster präsentierte. Wesentlicher Motor ist weiterhin der private Konsum, aber auch die Exportwirtschaft läuft wieder rund und die Investitonsbereitschaft ist gestiegen.

97 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage mit gut (51 Prozent) oder zumindest befriedigend (46 Prozent). „Lediglich ein verschwindend kleiner Rest von drei Prozent der Unternehmen ist mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden“, betont Schulte-Uebbing: „Das ist der niedrigste Wert, den wir jemals verzeichnet haben.“

Entsprechend gut sind auch die weiteren Aussichten. Knapp drei Viertel der Unternehmen rechnen damit, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung auch in den nächsten Monaten auf dem aktuellen Wachstumsniveau bewegt. Fast jede fünfte Firma schätzt sogar, dass die Geschäfte noch besser laufen.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der in einem Wert die aktuelle Geschäftslage und die Erwartung der befragten Unternehmen für die nächsten Monate ausdrückt, ist auf 127 Punkte gestiegen. Schulte-Uebbing: „Der Konjunkturklimaindikator übertrifft damit das langfristige Mittel um stolze 13 Punkte.“

Einen großen Anteil daran haben die Exporte: „Die im Außenhandel engagierten Firmen sind wieder deutlich zuversichtlicher“, erläutert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Der Anteil derjenigen, die mit steigenden Auslandsumsäzten rechnen, ist innerhalb eines Jahres um zehn Prozentpunkte auf knapp ein Drittel der Unternehmen gestiegen. Fast 60 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Besonders dynamisch ist das Geschäft laut IHK derzeit auf einigen europäischen Märkten wie in den Niederlanden, Belgien, Polen, Österreich, Tschechische Republik und in der Schweiz, aber auch in China, Indien und Russland. „Gerade für mittelständische Industriebetriebe ist der deutliche Aufschwung in den europäischen Nachbarländern besonders wichtig“, betonte Schulte-Uebbing.

In Nord-Westfalen stiegen die Auslandsumsätze in den ersten sieben Monaten des Jahres um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und damit um etwas mehr als in NRW insgesamt (7,4 Prozent). Waren im Wert von rund zehn Milliarden Euro wurden exportiert, davon mehr als die Hälfte (53 Prozent) in die Länder der Eurozone.

„Das erfreulichste Ergebnis“ der IHK-Konjunkturumfrage ist aus Sicht des IHK-Hauptgeschäftsführers der Stimmungsumschwung bei der Investitionsneigung der Unternehmen: Insgesamt will fast ein Drittel der Unternehmen in Nord-Westfalen mehr investieren, 58 Prozent gehen von gleichbleibenden Investitionen aus. „Nur noch jeder zehnte Betrieb will die Ausgaben zurückschrauben“, berichtet Schulte-Uebbing. „Das ist der mit Abstand niedrigste Wert seit vielen Jahren“, freut er sich. Denn das bedeute nachfragegerechte und moderne Produktionskapazitäten, die die Wettbewerbsposition auch zukünftig sicherten. „Vor allem die Investitionen der Industrieunternehmen geben dem Aufschwung zusätzliche Kraft“, so der IHK-Chef.