Neue Gebühren bei der Sparkasse, auch fürs Geldabheben

Viele haben es kommen sehen, kaum einer wollte es glauben und jetzt wird es zur Realität. Banken haben in Zeiten der Niedrigzinspolitik oftmals erhebliche Probleme, weiterhin Gewinne für die Anleger zu generieren. Auch die gestiegenen Kosten machen den Unternehmen schwer zu schaffen. Banken und Kunden sind die Leidtragenden und ganz besonders jene Kunden, die mit jedem Euro rechnen müssen. Das wissen auch die Banken, doch wer überleben will muss oft harte Schritte einleiten.

Gab es bis vor einiger Zeit noch kostenlose Kontomodelle, zogen die Gebühren drastisch bis auf 7,90 Euro pro Monat an. Nun werden daraus sogar 8,95 pro Monat beim Giro Komfort und 4,95 Euro für das Basiskonto Komfort. Das bislang kostenlose Giro Aktiv wird künftig mit 2,95 Euro pro Monat zu Buche schlagen.  Für die beiden letztgenannten Kontomodelle fallen ab dem kommenden Jahr zusätzlich noch einmal 12,- Euro pro Jahr für die Bankkarte an.  Doch es kommt noch schlimmer. Bisher waren Bargeldabhebungen und Einzahlungen am Schalter noch gebührenfrei, diese werden künftig mit jeweils einem Euro berechnet. Wer gar Münzgeld in Rollen braucht, zahlt demnächst sogar 0,40 Euro pro Rolle an Dienstleistungspauschale. Bei einer Rolle mit 50 „1 Cent“ Münzen müssen Kunden dann schlappe 0,90 Cent hinlegen.

Von rund 400 kommunalen Sparkassen die es in Deutschland gibt, erheben etwas mehr als 60 Institute Gebühren fürs Geldabheben. Auch an den Bankautomaten zeigt sich dieses Vorgehen vermehrt. Münster bleibt bislang noch von dieser imageschädigenden Vorgehensweise verschont, doch finden sich in der Gebührentabelle der Sparkasse Münsterland-Ost noch so einige Gebühren, die entweder einfach verdoppelt, oder gänzlich neu hinzugefügt wurden. Darüber hinaus kündigt die Sparkasse schrittweise den weiteren Ausbau ihres Selbstbedienungsangebotes rund um das Thema Bargeld an.

Doch die Gebührenfalle schnappt noch weiter zu. Sofern eine Bankkarte defekt ist, verloren gegangen, oder gar geklaut wurde, fallen satte 12.00 Euro Gebühren an. Einzige Ausnahme, der Kunde hat keine Mitschuld am Vorfall. Um von diesem erneuten Gebühren-Hammer verschont zu bleiben, bleibt nur der Wechsel zu einer neuen Hausbank. Dort gibt es sehr seriöse Banken, die immer noch kostenlose Kontomodelle anbieten, ohne mit versteckten Kosten die Kunden abzuzocken.
Gültig sollen die Änderungen für Privatkunden zum 1.1.2018 bzw. 01.04.2018 werden. Auch für Gewerbetreibende der Sparkasse gelten bereits ab Dezember 2017 neue Konditionen: So liegt etwa der monatliche Grundpreis für ein Geschäftsgirokonto künftig bei 9,90 Euro (bisher 7,90 Euro).