Europässe für Nachwuchskräfte

Acht Auszubildende und junge Fachkräfte aus Münster nahmen die Zertifikate „Europass-Mobilitätsnachweis“ oder Praktikumsbescheinigungen aus den Händen der Europaabgeordneten Terry Reintke entgegen. Sie hatten mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen mehrwöchige Praktika im Ausland absolviert.

Lea Reglinski, Auszubildende zur Hotelfachfrau beim Mövenpick Hotel Münster, war in Frankreich. Sie berichtete beim IHK-Forum „Aus- und Weiterbildung weltweit“ in Münster über ihre Erfahrungen. Jonathan Harks und Hendrik Osmers, angehende Chemielaboranten beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (Münster), lernten den Arbeitsalltag in Spanien kennen. Joel Martins, Auszubildender zum Fachinformatiker Systemintegration bei der Haupt Pharma Münster GmbH (Münster), arbeitete in Portugal. Stephanie Klaus, die an der Westfälischen Wilhelms-Universität eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert, unterstützte eine Partneruniversität in Island. Diana Bernsmann, Lukas Fortmann und Hendrik Stroick, Industriekaufleute und dual Studierende der BASF Coatings GmbH (Münster) erweiterten ihre interkulturellen Kenntnisse in Israel. Auch Fortmann und Stroick schilderten den Gästen des IHK-Forums ihre Auslandserfahrungen.

Die Europaparlamentarierin Reintke betonte, dass die Nachwuchskräfte im Ausland ihre Fremdsprachenkenntnisse und interkulturellen Kompetenzen vertieft haben. Davon profitiere auch der Ausbildungsbetrieb. Dass interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger werden, erläuterte Prof. Dr. Gerd Wassenberg von der Westfälischen Hochschule in Bocholt. Im internationalen Geschäftsleben gebe es viele interkulturelle Fallstricke und Risiken. Wassenberg ermunterte die anwesenden Nachwuchskräfte, ein Auslandspraktikum zu absolvieren und sich interkulturell fit zu machen: „Nutzen Sie die Gelegenheit ins Ausland zu gehen, seien Sie neugierig und offen für Neues.“

Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung, berichtete, dass immer mehr Betriebe Auslandsaufenthalte für ihr Ausbildungsmarketing nutzen: „Denn Betriebe, die ihren Nachwuchskräften einen Auslandsaufenthalt ermöglichen, steigern ihre Attraktivität als Ausbildungsbetrieb und verschaffen sich einen Vorteil beim Wettstreit um gute Schulabgänger.“