LWL will den Ausbau des Stadtmuseums Borkum zum „Forum altes Rathaus“ mit 670.000 Euro unterstützen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will die die Stadt Borken mit knapp 670.000 Euro dabei unterstützen, das Stadtmuseum umzubauen und zum „Forum altes Rathaus“ für Borken und Umgebung weiterzuentwickeln. Der LWL-Kulturausschuss hat am Mittwoch (8.11.) in Hamm beschlossen, in diesem Jahr 100.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diesen Beschluss muss der LWL-Landschaftsausschuss noch am 17.11. bestätigen. Die Restförderung soll in den kommenden Jahren fließen.

Bei dem Umbau soll die verwinkelte Glaspassage zum De-Wynen-Platz zurückgebaut werden. So wird der bisher versteckt liegende Museumseingang am Marktplatz optisch besser wahrnehmbar. Die Stadt will das Obergeschoss entkernen, damit hier eine große Fläche für die Dauer- und Wechselausstellungen entsteht. Im zweiten Obergeschoss entsteht neben dem Projektraum Stadtkultur ein Grafikdepot mit kleinen Grafik-Ausstellungen in einer Studiogalerie. „So kann das Forum Altes Rathaus als Nachfolger des Stadtmuseums ein moderner, lebendiger Ort für Kunst, Geschichte und Kultur werden“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Ein Aufzug gleicht die Niveauunterschiede zwischen dem Alten Rathaus und der ebenfalls zum Museum gehörenden Heilig-Geist-Kirche aus und trägt so zu Barrierfreiheit bei. Außerdem sollen besondere Exponate wie das Stadtmodell und das Grafikkabinett für Rollstuhlfahrer unterfahrbar und so besser wahrnehmbar werden. Die Wegeführung mit Bodenindikatoren und die Objektbeschriftung in Blindenschrift helfen Menschen mit Sehbehinderung künftig dabei, sich im Museum zu orientieren, Induktionsschleifen und Untertitel für Filme erschließen das Museum besser für Menschen mit Hörbehinderung, während Texte in leichter Sprache die Medien für Menschen mit kognitiven Einschränkungen erschließen.

Durch die chronologisch geordnete Dauerausstellung sollen sich künftig unter der Leitidee „Leben“ vier rote Fäden ziehen: Bei den „Lebensgeschichten“ geht es um Personen der Geschichte, im Mittelpunkt der „Kinder-Leben“ stehen Exponate zu Spiel, Schule und Kindheit, das „Alltagsleben“ präsentiert volkskundliche und kulturgeschichtliche Exponate, während „Kunst und Leben“ Kunstwerke, Buchkunst und Grafiken der stadtgeschichtlichen Sammlung zeigt.