Jeder vierten Spielhalle droht Schließung

Jede vierte Spielhalle im Regierungsbezirk Münster steht nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen vor der Schließung. Der Grund: Mit dem Ende der Übergangsfrist für den Glücksspielstaatsvertrag am 1. Dezember 2017 gelten strengere Regeln für die Branche. So muss zum Beispiel eine Spielhalle mindestens 350 Meter Abstand zu Jugendeinrichtungen halten.

400 Spielhallen gibt es derzeit im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region. „Besonders betroffen von den neuen Regeln ist das nördliche Ruhrgebiet, wo die Dichte der Spielhallen deutlich höher ist als im Münsterland“, erläutert Jens von Lengerke, IHK-Abteilungsleiter Handel und Dienstleistungen.

Er empfiehlt allen betroffenen Kommunen und Spielhallenbetreibern, die sich bislang noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben, im konstruktiven Dialog nach Lösungen zu suchen. „Eine Klage sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein“, sagt von Lengerke. Er hat jedoch Zweifel daran, dass es überall dort, wo Spielhallen nicht den geforderten Mindestabstand zu Jugendeinrichtungen halten, zu einer Einigung kommen wird. „Viele Spielhallenbetreiber haben bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie gegen Schließungsbescheide klagen werden“, so von Lengerke.

Die IHK Nord Westfalen hatte bei den Ordnungsämtern aller 78 Städte und Gemeinden ihres Bezirks nach der Umsetzung der strengeren Regeln des neuen Glücksspielstaatsvertrages gefragt. Dabei kam auch heraus, dass jede zweite Kommune gar nicht betroffen ist. „Hier halten Casinos entweder den Mindestabstand ein oder es gibt gar keine Spielhalle“, berichtet von Lengerke.