Anforderungs- und Kompetenzprofile für den Polizeiberuf“

Am 23.und 24. Januar 2018 kamen über 70 Expertinnen und Experten aus Bund und allen Bundesländern an der DHPol in Münster zusammen, um sich mit „Anforderungs- und Kompetenzprofilen für den Polizeiberuf“ zu beschäftigen. Die Tagung wurde gemeinsam von der DHPol und der Akademie der Polizei Hamburg konzipiert und durchgeführt. Das umfassende Tagungsprogramm reichte von methodischen Grundsatzreferaten über konkrete Beispiele aus den Polizeien der Länder bis hin zu Beiträgen zu spezifischen Kompetenzbereichen.

Mit Blick auf Einstellungs- und Auswahlverfahren beschäftigte sich Prof. Dr. Wim Nettelnstroth von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin mit grundlegenden Fragestellungen, Herangehensweisen und Methoden. Als Vertreter evidenzbasierter Ansätze bezog Nettelnstroth sich vor allem auf wissenschaftliche Studien und Untersuchungen zum Thema Personalauswahl.

Für die Polizei gilt es in diesem Themenfeld zukünftig noch Forschungslücken zu schließen. Die aktuelle Einstellungsoffensive der Polizei Hamburg stand im Mittelpunkt des Vortrags von André Martens. Aus seiner Sicht als Projektleiter skizzierte er die besonderen Herausforderungen des Projekts und konnte auf erste Erfolge verweisen, die sich in deutlich verkürzten Einstellungsverfahren niederschlagen. Welche Kompetenzfelder besitzen bereit heute und mit Sicherheit in der Zukunft große Bedeutung für den Polizeiberuf? Mit dieser Frage setzte sich Dirk Kruse vom Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen in seinem Referat auseinander und berichtete über den Aufbau des Cyber-Recherche- und Fahndungszentrums im LKA NRW. Angesichts der Herausforderungen in Zeiten von Cybercrime ist gewiss davon auszugehen, dass IT-Kompetenzen eine immer weiter wachsende Bedeutung erlangen werden.

Ein weiteres Kompetenzfeld mit zunehmender Bedeutung für die Polizei ist das der interkulturellen Kompetenz. In der Metropole Hamburg ist Interkulturalität – nicht erst in Zeiten von Flucht und Migration – schon der Normalfall. Hier leben seit langem Menschen aus aller Welt mit Migrationshintergrund. Der Leiter des Institutes für Transkulturelle Kompetenz an der Akademie der Polizei Hamburg, Dr. Wulf Köpke, stellte Konzepte und Maßnahmen vor, die in diesem bundesweit einzigartigen Institut erfolgreich angewandt werden, um interkulturelle und transkulturelle Kompetenzen zu vermitteln.

„Politische Bildung in der Polizei“ ist ein von der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördertes Forschungsvorhaben – zu diesem Thema referierte Prof. Dr. Bernhard Frevel und plädierte für „Haltung zur demokratischen Gemeinschaft“ und die Ausbildung eines entsprechenden Bewusstseins bei Polizeibeamtinnen und –beamten. Soziale Medien, der Umgang mit Fake-News, die durch das Internet beschleunigteMedienkonkurrenz und das omnipotente Smartphone stellen Phänomene dar, die in der Summe gesteigerte Medienkompetenz auch bei Polizeibeamtinnen und –beamten erfordern, so der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Stefan Jarolimek
von der DHPol. Nach Abschluss der Tagung waren der Leiter der Akademie der Polizei Hamburg,

Thomas Model, und Dr. Michaela Wendekamm von der DHPol sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung und der intensiven inhaltlichen Diskussion. Es war bereits die zweite gemeinsame Tagung von DHPol und der Hamburger Akademie zur Zukunft der Polizei Eine erfolgreiche Kooperation, die auch in Zukunft zu innovativen
Themen fortgesetzt werden soll.