Silvester Bilanz 2017 / 2018

 


Münster


Präsenz der Polizei hat sich bewährt – Feuerwerk in Einzelfällen mißbraucht

“Obwohl das Wetter nicht gerade einladend war, haben es sich viele Münsteraner nicht nehmen lassen, das Neue Jahr auf dem Domplatz, im Hafen oder in der Altstadt im Freien zu begrüßen”, resümierte der Einsatzleiter der Polizei, Kriminaldirektor Manfred Kurzawe, zum Ende der Nacht in Münster. “Von wenigen Ausnahmen abgesehen, feierten die Menschen fröhlich und friedlich.

Unsere Präsenz hat sich bewährt und die durchweg positive Resonanz der Münsteraner zum Einsatz in der Silvesternacht freut unsere Kolleginnen und Kollegen natürlich.”

Zu den insgesamt 139 Einsätzen (Silvester 2016: 123) in der Stadt Münster zählen 31 Meldungen über Randalierer, Schlägereien oder Streitigkeiten. Nach Mitternacht wurde die Polizei noch zu 11 Ruhestörungen gerufen.

Die Hinweise und Ermahnungen zum sachgerechten Gebrauch von Feuerwerkskörpern kamen nicht bei jedem an. So verschoss ein 43-jähriger Münsteraner auf dem Domplatz Leuchtmunition aus einer Pistole. Da er keinen notwendigen Waffenschein besitzt, zudem noch betrunken und uneinsichtig war, musste er die Beamten zum Polizeigewahrsam begleiten. Er muss sich in einem Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten.

Auch auf dem Hafenplatz flogen einzelne Böller und Raketen in Richtung anderer Feiernder, verletzt wurde dabei niemand. Insgesamt musste die Polizei aufgrund von übermäßiger Alkoholisierung und aggressivem Auftreten 23 Platzverweise aussprechen. 4 junge Männer waren so betrunken und wenig kooperativ, dass sie die Silvesternacht zur Ausnüchterung im Polizeigewahrsam verbringen mussten.

Bereits am Nachmittag hatten unbekannte Täter an der Isolde-Kurz-Straße in Nienberge einen Böller in einem Hausbriefkasten gezündet. Der Briefkasten wurde total zerstört, die Frontklappe landete 15 Meter entfernt auf der Straße. In diesem Zusammenhang beobachteten Anwohner einen jungen Mann, rund 185 cm groß und dunkel gekleidet, der vom Tatort flüchtete.

Am frühen Neujahrsmorgen (2:30 Uhr) schreckten Anwohner am Rektoratsweg in Kinderhaus hoch: Mit einem lauten Knall hatten unbekannte Täter einen Zigarettenautomaten gesprengt. Vermutlich 2 Täter entnahmen den freigelegten Schächten diverse Schachteln und entfernten sich unerkannt.

Hinweise bitte an die Polizei Münster, Telefon 0251 275-0.

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Feuerwehr MS
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In der Stadt Münster blieb es zum Jahreswechsel vergleichsweise ruhig bei Feuerwehr und Rettungsdienst.
Im Zeitraum vom 31.12.2017, 18:00 Uhr bis 01.01.2018, 06:00 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu 15 Brandeinsätzen sowie technische Hilfeleistungen und 80 Rettungsdiensteinsätzen gerufen.

Im Vorfeld wurden zu Silvester die Einsatzstärken an den Feuerwachen der Berufsfeuerwehr erhöht.
Die Freiwillige Feuerwehr Münster hielt im gesamten Stadtgebiet definierte Rufbereitschaften vor. Der Rettungsdienst konnte durch Kräfte der Hilfsorganisationen (DRK, ASB, JUH und MHD) verstärkt werden.

Zu mehreren Kleinbränden rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus. Grund war häufig die unsachgemäße Handhabung von Feuerwerkskörpern oder auch Fahrlässigkeit.

Gebäude, in denen Brandmeldeanlagen auslösten, mussten kontrolliert werden.

Eine hohe Zahl der Rettungsdiensteinsätze waren Folge übermäßigen Alkoholkonsums.
In einigen Fällen führte ein nicht sachgerechter Umgang mit Feuerwerkskörpern zu Verletzungen.


Kreis Borken


Die Polizei des Kreises Borken musste in der Silvesternacht zu 61 (Vorjahr: 92) Einsätzen in Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten bewältigen.

Die Beamten legten 13 (Vorjahr: 15) Anzeigen nach Körperverletzungsdelikten, sechs (acht) wegen Sachbeschädigungen, zwei nach Sexualdelikten, zwei nach Widerstandshandlungen und eine wegen eines Raubdeliktes vor.

36 (zwölf) Platzverweise wurden ausgesprochen und vier (vier) Personen in Gewahrsam genommen.

Bei den Verkehrskontrollen zum Jahreswechsel 2017/2018 wurden
(114) 428 Fahrzeugführer überprüft – mit erfreulichem Ergebnis:
Keiner der kontrollierten Fahrzeugführer stand unter Drogeneinfluss bzw. hatte zu viel Alkohol getrunken.

Zu den Sexualdelikten: Fall 1: In Bocholt zeigte eine 20-jährige Frau aus Raesfeld an, zwischen 02.15 Uhr und 02.45 Uhr durch einen noch unbekannten Täter unsittlich berührt worden zu sein. Die Geschädigte gab an, gegen 02.15 Uhr eine Gaststätte an der Ecke Europaplatz/An der Synagoge zum Rauchen verlassen zu haben. Draußen sei sie dann von drei Männern angesprochen und durch einen der Männer unsittlich berührt worden. Die Geschädigte gibt weiter an, sie sei dann wohl einige Minuten bewusstlos gewesen und auf dem Rücken liegend wieder zu sich gekommen. Anschließend sei sie zurück in die Gaststätte gegangen und habe ihre Freunde informiert, die dann die Polizei hinzuzogen.

Bei den ersten Ermittlungen ergaben sich keine Hinweise auf weitere sexuelle Übergriffe zu Nachteil der 20-Jährigen. Die drei Männer konnten nicht angetroffen werden.

Diese werden durch die Geschädigte wie folgt beschrieben: 1. Ca.
185 cm groß, “Ende 20”, dunkle kurze Haare, dünn, bekleidet mit einer hellen Jeanshose und braunen Winterstiefel, der Mann hatte nicht gesprochen 2. Ca.: 185 cm groß, “Ende 20”, dunkle kurze Haare, normale Figur, bekleidet mit einer rot gepolsterten Winterjacke, einer Jeanshose und Sportschuhen. Der Mann sprach akzentfrei deutsch 3. Ca. 185 cm groß, “Ende 20”, kurze blonde Haare, Oberlippenbart, normale Figur. Der Mann sprach akzentfrei deutsch

Hinweise zu dem Vorfall bzw. zu den beschriebenen Personen bitte an die Kripo in Bocholt (02871-2990).

Fall 2: Eine 15-jährige Vredenerin zeigt an, gegen 00:30 Uhr auf der Bischof-Tenhumberg-Straße durch einen Mann unsittlich berührt worden zu sein. Sie war zusammen mit einer Freundin auf dem Heimweg und habe kurz pausieren müssen, als der Täter auf sie zu kam, an den Handgelenken erfasste und versuchte sie zu küssen. Die Geschädigte lehnte dies entschieden ab, woraufhin der Täter sie begrapschte. Die Geschädigte rief nach ihrer Freundin, riss sich los und rannte davon.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Ca. 175 cm groß, ca. 25 Jahre alt, schwarze Haare, bekleidet mit einer schwarzen Jacke, vermutlich südosteuropäischer Herkunft. Polizeibeamte überprüften in der Nähe mehrere verdächtige Personen – ein konkreter Tatverdacht ergab sich dabei nicht.

Sonstiges: In Bocholt setzte ein 35-jähriger in Bocholt wohnhafter Mann gegen 23.55 Uhr einen Feuerwerkskörper als Waffe ein. Der alkoholisierte Täter hatte kurz vor der Tat schon randaliert und auf der Ravardistraße gegen eine Kiste getreten, in der Flaschen standen aus denen Silvesterraketen gestartet wurden. Eine Rakete flog daraufhin gefährlich flach über die Ravardistraße.

Zwei Frauen sprachen den Täter auf sein Verhalten an, dieser entfernte sich, kam aber kurz darauf zurück und warf einen angezündeten “Böller” in Richtung der Frauen. Der Böller explodierte auch in Höhe des Gesichts einer der beiden Geschädigten, die glücklicherweise nicht verletzt wurde. Der Täter versuchte dann, einer der beiden Frauen die Handtasche zu entreißen, was diese durch Gegenwehr verhindern konnte. Zeugen hielten den Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der polizeibekannte Täter wurde vorläufig festgenommen und wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt.

In Gronau geriet gegen Mitternacht in einer Wohnung an der Steinstraße ein Weihnachtsbaum in Brand. Zeugen sahen den Brand von außen und wollten zur Hilfe kommen, da sich in der Wohnung noch der 26-jährige Bewohner und sein 7 Monate altes Kind befanden. Die Ehefrau war zum Jahreswechsel aus dem Haus gegangen. Da die Terrassentür geschlossen war, schlugen die Zeugen ein Loch in die Glasscheibe und konnten so die Tür öffnen. Der Brand griff auf die Wohnung über und der 26-Jährige erlitt so schwere Verbrennungen, dass er im Krankenhaus stationär aufgenommen wurde. Seine Ehefrau erlitt einen Schock, das 7 Monate alte Kind blieb unverletzt. Der Sachschaden wird auf ca. 10.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Gegen 01.15 Uhr geriet auf dem Ginsterplatz in Ahaus ein Carport in Brand. Der Carport, der darin stehende Pkw wurden zerstört und ein angrenzender Carport beschädigt. Der Sachschaden wird derzeit auf ca.
25.000 Euro geschätzt. Personen wurden nicht verletzt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

In Bocholt geriet auf der Moselstraße gegen 01.40 Uhr eine Mülltonne in Brand – ursächlich waren darin entsorgte und nicht gänzlich erloschene Feuerwerksreste. Die Feuerwehr löschte – der Schaden wird mit ca. 200 Euro angegeben.

In Bahnhof Reken gerieten gegen 00.50 Uhr in einer Garage entsorgte und ebenfalls nicht gänzlich erloschene Feuerwerksreste in Brand. Ein Fahrradanhänger wurde beschädigt und die Garage verrußte.
Der Geschädigte löschte zunächst selbst den Brand, zog dann aber doch die Feuerwehr hinzu, da das Feuer wieder ausbrach.

In Stadtlohn geriet aus noch ungeklärter Ursache gegen 22.30 Uhr auf der Uferstraße ein Schuppen der Losbergschule in Brand. Der Brand wurde durch die Feuerwehr gelöscht, der Schaden wird auf ca. 10.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen dauern an.

Ebenfalls in Stadtlohn trug sich der nächste Fall zu. Gegen 23.25 Uhr flog eine Silvesterrakete auf der Brookstraße in eine Gartenhütte und setzte einen Kunststoffpool in Brand. Der Sachschaden wird auf ca. 1.000 Euro geschätzt.

In Ahaus warfen ein 26-jähriger Ahauser und weitere noch unbekannte Täter gegen 00.45 Uhr Feuerwerkskörper auf einen vorbeifahrenden Pkw. Zusätzlich gaben die Täter mehrere Schüsse mit einer Schreckschusswaffe ab. Als die Insassen des Pkws, zwei Frauen (24, 21 Jahre/Ahaus) und ein 55-jähriger Ahauser, die Täter ansprachen, zeigten diesen dem 55-Jährige die Waffe und schubsten die Frauen weg. Gegen die hinzugerufenen Polizeibeamten leistete der 26-Jährige Widerstand. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

In Vreden wurden gegen 21.55 Uhr auf der Windmühlenstraße in zwei Mehrfamilienhäusern mehrere Briefkästen mittels “Böllern” komplett zerstört. In einem der Häuser wurden auch die Glasscheibe der Eingangstür und eine Klingel beschädigt – in dem zweiten Haus wurde der Türrahmen in Mitleidenschaft gezogen.


Kreis Coesfeld


Zwischen 18:00 Uhr an Silvester und 06:00 Uhr an Neujahr 2018, nahm die Polizei im Kreis Coesfeld 23 silvesterbedingte Einsätze im Kreisgebiet wahr. Nach Körperverletzungsdelikten wurden 5 Personen leicht verletzt, davon wurde eine Person in Coesfeld mittels Elektroschocker angegangen. Im Zusammenhang mit einer Trunkenheitsfahrt in Lüdinghausen, kam es zu einem Verkehrsunfall mit erheblichen Sachschaden. Dem Unfallverursachen wurde eine Blutprobe entnommen und dessen Führerschein beschlagnahmt.

Durch unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern, kam es in mehreren Fällen zu Streitigkeiten zwischen ansonsten friedlich feiernden Menschen und die Polizei musste zur Hilfe gerufen werden. In diesem Zusammenhang mussten mehrere Platzverweise ausgesprochen und eine Person in Gewahrsam genommen werden.

Im Stadtgebiet Coesfeld gerieten weiterhin zwei Altkleidercontainer im Bereich Hansestraße und Mittelstraße, sowie eine Mülltonne an der Daruper Straße, in Brand. Gegen 06:30 Uhr wurde in Olfen, über dieses hinaus, ein brennender Pkw auf der Straße Im Rott gemeldet, welcher komplett ausbrannte. Durch letzte Nachzügler kam es gegen 08:00 Uhr jeweils in Dülmen und in Senden zu einem weiteren Körperverletzungsdelikt, welches im direkten Zusammenhang mit den zurückliegenden Silvesterfeierlichkeiten steht.

Eine weitere Trunkenheitsfahrt konnte in Coesfeld unterbunden werden, auch in diesem Fall wurde eine Blutprobe entnommen.


Warendorf


In Warendorf war die Tendenz zu deutlich weniger Einsätzen spürbar. Nur in Sassenberg drohte ein Carportbrand auf das Nachbargebäude überzugreifen, dabei wurden 9 Personen leicht verletzt.

Am Montag, 1.1.2018, verletzte sich ein 19-jähriger Beckumer durch einen Böller auf dem Westfaliaweg in Beckum. Der Heranwachsenden befand sich mit anderen Personen auf einer Silvesterveranstaltung. Als er sich mit seiner Gruppe auf dem Parkplatz befand, drückte ihm nach seinen Angaben ein Bekannter einen Böller in die Hand. Dieser sei kurz darauf in seiner Hand explodiert.

In der Nacht zum Neujahr ereignete sich um 00:15 Uhr ein Schwelbrand im Dachstuhl eines Hauses an der Bankenstraße in Ahlen. Kurz nach Bemerken des Schwelbrandes durch Anwohner konnte das Feuer bereits durch die Feuerwehr Ahlen unter Kontrolle gebracht werden. Auslöser des Brandes war nach ersten Ermittlungen eine in der Dachrinne gelandete Feuerwerksrakete.

Am Sonntag, 31.12.2017, warfen Unbekannte gegen 23.45 Uhr, Feuerwerkskörper in einen Briefkasten einer Krankenversicherung an der Einsteinstraße in Beckum. Die Polizei löschte mit einem Feuerlöscher am Boden liegende brennende Briefe sowie den Inhalt des Briefkastens.


Hamm


In dem Zeitraum von Sonntag, 31. Januar 2017, 18 Uhr, bis Montag, 1. Januar 2018, 6 Uhr, kam es zu 116 polizeilichen Einsätzen (Vorjahr 111). Silvesterbedingte Einsatzanlässe:

Körperverletzungsdelikte: 10 Häusliche Gewalten: 2
Sachbeschädigungen: 6 Ruhestörungen: 15 Hilfeersuchen: 2 Hilflose
Personen: 1 Ingewahrsamnahmen: 1 Brände: 7 Fahrten unter
Alkohol- und Drogeneinfluss: 3

Das Einsatzgeschehen bewegte sich somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.


Vom Kreis Steinfurt wurden keine Meldungen ausgegeben.