Ausstellung über Verschwörungstheorien

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Mitte Mai 2019 die neue Ausstellung über Verschwörungstheorien im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur im ehemaligen Kloster Dalheim (Kreis Paderborn) eröffnen. Wie der Bundespräsident jetzt in einem Brief zusagte, wird er auch die Schirmherrschaft für die Sonderausstellung übernehmen, die bis März 2020 laufen soll.

Die Ausstellung
Fand die Mondlandung nur im Filmstudio statt? Sollen Kondensstreifen am Himmel die Menschen vergiften? Verschwörungstheorien geben alternative Erklärungen und machen neugierig, weil sie vorgeben, Wahrheiten zu enthüllen. Doch der Glaube an eine vermeintliche Verschwörung birgt auch Gefahren. Mit der Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ geht das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur/Kloster Stiftung Dalheim ab Mai 2019 der Entstehung, Funktion und Verbreitung von Verschwörungstheorien auf den Grund.

Im Mittelalter prägt der Teufelsglaube das Verschwörungsdenken: Hexen, religiöse Minderheiten wie Juden aber auch die mächtige Ordensgemeinschaft der Templer gelten als Verbündete des Teufels, die dem Christentum Schaden zufügen wollen.
Im 18. Jahrhundert – dem Zeitalter der Aufklärung – sehen manche Verschwörungstheoretiker in Freimaurern und Illuminaten die Drahtzieher der Französischen Revolution.

Welchen Einfluss das Verschwörungsdenken auf politische Ideologien haben kann, zeigt die jüngere Geschichte: Während unter Adolf Hitler die „jüdische Weltverschwörung“ propagiert wird, nutzt auch Josef Stalin Verschwörungstheorien als Instrument seines Machterhalts. Im Kalten Krieg (1947-1989) spiegelt sich die Konfrontation der Supermächte nicht zuletzt in Gerüchten über schädliche Kartoffelkäfer wider.

Bis heute haben Verschwörungstheorien ihre Anziehungskraft nicht verloren. Einige der populärsten Verschwörungstheorien heutiger Zeit drehen sich um die Anschläge vom 11. September 2001 und decken die vermeintlich wahren Verantwortlichen des Unglücks auf.

Anhänger der Chemtrail-Verschwörung glauben an eine systematische Vergiftung durch Kondensstreifen am Himmel, und die Reichsbürgerbewegung stellt sogar die Existenz der Bundesrepublik Deutschland in Frage. Begriffe wie „Lügenpresse“ und „Fake News“ deuten auf ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Regierungen, Medien und sogenannten Eliten hin. Wer hinter den Theorien steckt, wie sie verbreitet werden und wie anfällig man selbst für Verschwörungsdenken ist, will die Ausstellung thematisieren.


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Titelbild: LWL