Wenn ein Fest die Menschen berührt – Ullambana

Es gab wahrlich eine Fülle von Veranstaltungen und Festen an diesem Wochenende im Münsterland. Doch wenn es darum geht, ein völkerverbindendes, friedliches und farbenprächtiges Fest zu feiern, dann gibt es dafür seit Jahren einen Garanten im Münsterland. Auch in diesem Jahr war der Anlass in dieser Jahreszeit, das Gedenken an die Eltern und Vorfahren, ohne die es das eigene Leben nicht geben würde.

Und so geht der Brauch der Buddhisten beim Ullambana-Fest zum geselligen Miteinander aller Religionen, Kulturen und Völkergruppen, mit tief ins Herz gehenden Geschichten, Erinnerungen, Musik- und Tanzdarbietungen, weit über den bei uns bekannten „Muttertag“.

Die Wurzeln des oft auch genannten Geisterfestes liegen dabei in buddhistischen Ullambana und daoistischen Traditionen. Für Buddhisten ist es eines der wichtigsten Feste des Jahres. Denn nach dem Glauben vieler Buddhisten, kommen am dem 7. Monat, (des Mondkalenders – also im August), viele Seelen, (Geister) in unsere Nähe.

Die Pagode Phuong Quang, an den Loddenbüschen 25, hat sich im Laufe der vergangenen Jahre, einen guten Ruf in Deutschland, für die vom Abt Thích Minh Thông geplanten und ausgeführten Veranstaltungen, erarbeitet. Wer eines dieser Feste miterleben konnte, wird die meisterhafte Kleinarbeit und Genauigkeit der Vorbereitungen des Pagodenvorstandes zu schätzen wissen und jede einzelne Veranstaltung über Jahre in seinem Herzen tragen.

Auch für uns Nichtbuddhisten, ist die Freundlichkeit der größtenteils vietnamesischen Buddhisten unglaublich beeindruckend, und gibt unglaublich viel Kraft, auch in dieser immer sterileren Welt, an das Gute im Gegenüber zu glauben und weiterzugeben. Wer sich in dieser Welt allein fühlt und bereit ist, auch anderen Menschen eine Freude zu machen, der ist bei dieser Einrichtung bestens aufgehoben. Natürlich auch ohne ihr angehören zu müssen. Wer die buddhistische Lebensweisheit versteht, wird die großartige Leistung des Ehrenamts lieben lernen.

Dass der Abt dieser Pagode das passende Feingefühl mitbringt und die Feste ständig auf die Belange der Pagodenmitglieder zuschneidet, wird schon durch die großen Entfernungen belegt, die viele Gäste zu diesem besonderen Ort der Freude nach Münster zieht. Besonders hervorzuheben ist die zweisprachige Durchführung der Veranstaltung, damit Vietnamesen sowie Deutsche, an dem Fest Spaß haben können.

So kamen auch am vergangenen Sonntag wieder viele hundert Gäste zu den Feierlichkeiten, unter denen sich wie in jedem Jahr, auch Ehrengäste, Freunde & Gönner aus dem nahen und weit entfernten Umfeld gesellten, sowie Vertreter der Stadt Münster. Doch letztendlich zählt hier in der Pagode weder Stellung, Amt noch Vermögen. Einzig die Gesamtheit und die Aufnahme der Botschaft – Seinen Ursprung nicht zu vergessen und zu ehren, zählt.

Bei bestem Wetter wollten die Gäste nach dem neu eingeführten Bambustanz, zum Ende der Veranstaltung, nicht mehr aufhören zu feiern. So wurde weit über das Ende der Zeremonie, gesungen, gefeiert und getanzt.