Innerafrikanische Migration im Cinema

Am Donnerstag, 4. Oktober, startet im Cinema das „Afrika Film Festival“. Mit Unterstützung von „Checkpoint Afrika“ und der Afrika Kooperative“ zeigt Die Linse elf Spiel- und Dokumentarfilme, die sich schwerpunktmäßig mit der innerafrikanischen Migration auseinandersetzen. Die Filmauswahl wurde vom „16. Afrika Film Festival Köln“ kuratiert. FilmInitiativ Köln e.V., der Gründerverein des Festivals, hat diesen Fokus aus gutem Grund gewählt.

Nach Angaben des UNHCR waren 2017 täglich 28.300 Menschen durch Krieg und Verfolgung zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen. Anders als in den hierzulande geführten Debatten, gelangen allerdings nur 17 Prozent der globalen Geflüchteten in das vergleichsweise reiche Europa. Tatsächlich fliehen die meisten Menschen in Afrika also in ihre jeweiligen Nachbarländer.

Deshalb leben in den ärmsten Staaten der Welt weitaus mehr Geflüchtete als in den reichen Industrienationen. In Äthiopien z. B. waren es im Jahr 2017 rund 800.000, in Uganda sogar fast eine Million. Alle Filme werden um 18.45 Uhr gezeigt.

Das Festival wird am Donnerstag, 4. Oktober, durch einen Film eröffnet, den die erste senegalesische Filmmacherin, Safi Faye, 1975 gedreht hatte. „Nachrichten aus dem Dorf“ die Folgen der Erdnussmonokultur, die es für die Bauern unmöglich macht, in ihren Dörfern zu überleben.

Am Freitag (5.10.) kommt „Frontieres“. Vier Frauen reisen aus unterschiedlichen persönlichen Gründen auf dem Landweg von Senegal über Mali, Burkina Faso, Benin bis in die Millionenmetropole Lagos in Nigeria.

„Hakkunde“ am Samstag (6.10.) ist Nigerias erster durch eine öffentliche Crowdfunding-Kampagne geförderte Spielfilm. Er zeigt das schwierige Unterfangen eines Hochschulabsolventennach einem Job.

Hénia war noch ein Kind als sie und ihr Vater 1975 zusammen mit 45.000 anderen marokkanischen Familien aus Algerien ausgewiesen wurden. „Apatride“ zeigt am Sonntag (7.10.) ihre Sehnsucht nach einer Rückkehr nach Algerien.

Der Montag (8.10.) steht ganz im Zeichen von Kurzfilmen. Die fünf Filme erzählen ganz unterschiedliche Geschichten zwischen Marokko und Südafrika.

„Revenir / To Return“ am Dienstag (9.10.) erzählt eine Migrationsgeschichte von einem Migranten selbst. Kumut Imesh. musste 2004 aus seinem Heimatland Elfenbeinküste fliehen . Sieben Jahre verbrachte er schließlich in Marokko. 2013 begann er mit seiner Dokumentation, in der er seine gefährliche Flucht quer durch Afrika alleine mit seiner Kamera nachstellt.

Der Abschluss macht am Mittwoch (10.10.) „Sink“. Rachel, eine mosambikanische Hausangestellte, die in Johannesburg lebt, muss eine Entscheidung treffen.


Infos unter www.cinema-muenster.de