Löscherfolge bei kinderpornografischer Web-Inhalte

Die Bundesregierung hat gestern den Evaluationsbericht zur Löschung kinderpornografischer Inhalte im Internet für das Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach wurden im Jahr 2017 insgesamt 5.977 Hinweise zu kinderpornografischen Inhalten beim BKA statistisch erfasst, bei denen es sich bei über 80 Prozent um im Ausland gehostete Inhalte handelte. Einmal mehr beweist der Löschbericht die effektive Arbeitsweise zwischen den Strafverfolgungsbehörden und den deutschen Beschwerdestellen: Die Weiterleitung der gemeldeten Fälle durch die Beschwerdestellen an das BKA konnte 2017 trotz des vermehrten Beschwerdeaufkommens mit durchschnittlich 15,1 Stunden (0,6 Tage) stabil gehalten werden.

Zentrale Brückenfunktion der eco Beschwerdestelle: 88% Prozent aller Hinweise auf kinderpornografische Web-Inhalte kommen von deutschen Beschwerdestellen

Der Evaluationsbericht der Bundesregierung zeigt deutlich, dass sich die Brückenfunktion der Beschwerdestellen nachhaltig bewährt hat: Im Jahr 2017 erhielt das BKA 88% Prozent aller Hinweise auf kinderpornografische URLs von den deutschen Beschwerdestellen. Lediglich ein Prozent aller Beschwerden ging direkt von Privatpersonen ein.

„Die aktuellen Statistiken zeigen erneut die seit Jahren beständige und nachhaltige Arbeit zwischen Beschwerdestellen und Strafverfolgungsbehörden auf Basis des Prinzips ‚Löschen statt Sperren‘, für die sich eco seit vielen Jahren konsequent einsetzt. Dieser Ansatz, ermöglicht neben der schnellen Entfernung illegaler Inhalte auch die wichtige Strafverfolgung.“, sagt Alexandra Koch Skiba, Rechtsanwältin und Leiterin der eco Beschwerdestelle.

Illegale Web-Inhalte weltweit zu rund 95% entfernt
Die Beschwerdestelle selbst arbeitet seit rund 20 Jahren primär selbstfinanziert nach einem Ansatz, der auf freiwilliger Selbstregulierung der Provider und dem Engagement der Internetnutzer basiert. Von Beginn an kooperiert eco mit Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen Kinderpornografie und andere illegale Internetinhalte. Eine Meldung kann, wenn gewünscht, auch anonym bei der Beschwerdestelle erfolgen und wird daher gern auch von Personen genutzt, die Vorbehalte haben, sich direkt an die Polizei zu wenden.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 27.660 Beschwerden (ausgenommen Spam und Usenet) an die Beschwerdestelle gemeldet, davon waren 4.063 Fälle einschlägig. Nach Meldung der Beschwerdestelle wurden weltweit gehostete illegale Internetinhalte wie beispielsweise Darstellungen des sexuellen Missbrauchs, Volksverhetzung, Gewaltdarstellungen zu rund 95% aus dem Internet entfernt. Diese und weitere Erfolgsstatistiken zu allen Arbeitsbereichen der eco Beschwerdestelle finden sich gesammelt im aktuellen Jahresbericht 2017.

Weitere Informationen zur eco Beschwerdestelle unter: beschwerdestelle.eco.de.


Über eco
Mit über 1.000 Mitgliedsunternehmen ist eco der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet eco maßgeblich das Internet, fördert neue Technologien, formt Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. Leitthemen sind Zuverlässigkeit und Stärkung der digitalen Infrastruktur, IT-Sicherheit und Vertrauen sowie Ethik und Selbstregulierung. Deshalb setzt sich eco für ein freies, technikneutrales und leistungsstarkes Internet ein.