Mehr Massel als Brassel

Wer Münster kennt, der hat es längst bemerkt. Vieles ist hier anders als im Rest des Landes. Und auch die Sprache hier ist Teil des Lebensgefühls dieser Region. Hier wird Masematte geprochen und gepflegt! – Massematte?, was ist denn dass nun wieder?

Masematte, eine Sprache, die verstanden werden will – was allerdings für nicht Münsteraner fast unmöglich erscheint. So viele Wörter und Begriffe deren Sinn man nicht versteht. Hier setzt das Buch von Marion Lohoff-Börger an. Sie will auch für den Nicht-Münsteraner, wie Neu-Zugezogenen Familien oder Studenten, einen Wortschatz verständlich machen, dem man in der Stadt immer mal wieder begegnet und der ein wichtiges Stück Münsteraner Geschichte ist. Und zudem ist es in der Münsteraner Bevölkerung “chic”, sich immer wieder mal einiger Masematte-Ausdrücke zu bedienen.

So erkennen sich Münsteraner in der ganzen Welt. Sie nennen ihr Fahrrad nicht Fahrrad, sondern “Leeze”, sagen “Jovel” zu gut oder schön, benennen mit “Segers”, alle männlichen Vertreter und haben noch jede Menge unbekannte Wörter auf Lager.

In diesem Buch werden auch Geschichten erzählt, natürlich in Masematte. Die Geschichten im Buch sind aber trotz aller Erklärungen (jeweils am Schluß der Geschichten) beim ersten Lesen nur sehr schwer zu verstehen und somit ist ein flüssiges lesen nur nach zwei oder dreimaligem Anlauf möglich. Ausnahmen sind allerdings die ins Masematte übertragenen Märchen und Weihnachtsgeschichten. Da man deren Inhalt kennt, macht das Lesen hier durchaus Spaß.

Alles in allem ein gutes Nachschlagewerk für alle Masematte-Interessierten.


Buch: “Mehr Massel als Brassel” von Marion Lohoff-Börger
Erschienen im agenda Verlag 2018
Preis 9,90 Euro