Wie und wo wird im Ernstfall gewarnt?

Großbrände teils mit Austritt von giftigen Gasen oder ähnliche  Gefahren und Katastrophen, hat es in der Vergangenheit auch schon im Münsterland gegeben. In solchen Fällen ist es wichtig, die Bevölkerung schnellstmöglich zu warnen.

Neben den bewährten Kanälen wie Internet, Radio und Fernsehen, sollen künftig verstärkt die Sirenen vor Ort und Lautsprecherdurchsagen genutzt werden. Damit die Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall die unterschiedlichen Signale erkennen und entsprechend reagieren, gibt es am Donnerstag, 6. September, einen landesweiten Warntag, den NRW-Innenminister Herbert Reul initiiert hat.

Allerdings sind nicht alle Gemeinden dabei. So bleibt es in Münster an diesem Tag still. Denn obwohl das Land den Kommunen rund 10 Millionen zum Aufbau der Sirenen zur Verfügung stellte, dauert die erneute Vernetzung, sowie der Aufbau mit ca. 70 neuen Hochleistungssirenen, seine Zeit. Münsters Feuerwehrchef “Gottfried Wingler-Scholz” sieht mit Zuversicht in das Jahr 2020. “Da könnte es ab Mitte 2020 auch in ganz Münster funktionieren. Und einzelne schon betriebsbereite Sirenen würden dann die Bürgerinnen und Bürger nur verunsichern”, vermutet er. Ähnlich sieht es in vielen anderen Kommunen aus. Eine Hochleistungssirene hat einen Wirkungsgrad von etwa 3,5 alten Pilz-Sirenen.

“Wir warten bis zur Fertigstellung aller Systeme, und lassen die Sirenen in diesem Jahr noch aus.” Dafür stellt die Feuerwehr Münster am kommenden Donnerstag eine der neuen Hochleistungssirenen aus. “Wer sich interessiert, findet uns an der Steinstraße 52 in Münster.”, fügt er hinzu.

Im restlichen Münsterland werden an vielen Stellen am Donnerstag ab 10 Uhr die stationären Sirenen zur Probe heulen. In einigen Städten werden außerdem mobile Sirenenanlagen aktiviert. Zeitgleich erfolgt eine Probemeldung über die Warn-App NINA, der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. “Ältere Menschen kennen die Signale noch aus dem Krieg, jüngere Generationen vielleicht noch von regelmäßigen Probealarmierungen, die bis in die frühen 90er Jahre aktiviert wurden. Danach Geborenen dürften diese Signale eher unbekannt sein”, sagt Kreisdirektor und Ordnungsdezernent Dr. Martin Sommer, aus Steinfurt.  Er begrüßt die Initiative des Landes und verweist in diesem Zusammenhang auf die Internetseite www.warnung.nrw/sirenen.

“Hier finden die Bürgerinnen und Bürger ‚Tonproben‘ und auch ausführliche Informationen zum richtigen Verhalten bei Sirenenalarm.” Es sei durchaus sinnvoll, sich die Töne einzuprägen, meint Sommer. Das beste Warnsystem nütze wenig, wenn die Warnungen nicht verstanden würden.

In einer Ankündigung des Landes heißt es, dass der Innenminister mit der Unterstützung der Kommunen das Thema Warnung wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken möchte, damit die Menschen sich selbst und anderen in Gefahrensituationen helfen können. Der landesweite Warntag wird künftig jährlich am ersten Donnerstag im September stattfinden.