Die unerwartete Gefahr für Kinder im Verkehrsgeschehen

In der Regel wollen Eltern immer den größtmöglichen Schutz für die Kleinen. Doch oft sind gerade die Eltern, unbewusst, eine immense Gefahrenquelle für die hilfebedürftigen Schützlinge. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, führte am gestrigen Mittwoch die Gefahrenquellen bei Kindersitzen, durch Unwissenheit, vor.

Auf dem CTS – Crashtest Service – Gelände in Münster Wolbeck, wurden zu diesem Zweck zwei Personenkraft-Wagen vor die Wand gefahren. Bemannt jeweils mit sensorbestückten Crashtest-Dummys in Kindersitzen im Fond der Fahrzeuge. Bei einer exakten Geschwindigkeit von 50,0 Stundenkilometern prallten die Fahrzeuge ungebremst auf den Crash-Betonblock. Die durch die Crashtests belegten Studien zu Sicherung von Kindern im Auto sind erschreckend.

Etwa 50% aller Kinder unter 12 Jahren sind im Auto nicht richtig gesichert. 60% davon sogar so schlecht, dass sie bei einem Verkehrsunfall schwerste Verletzungen davontragen könnten. In den Kindersitz gehören Kinder bis zum vollendeten 12 Lebensjahr, sofern sie die Körpergröße von 1,50 noch nicht erreicht haben. (Vollendet bedeutet, der Tag an dem der 12 Geburtstag erreicht wird.)

Hauptproblem bei den Ursachen sind demnach nicht unsichere Kindersitze, sondern vielmehr der falsche Umgang, unsachgemäße Handhabung und mangelnde Kontrolle, auch während der Fahrt. ( Öfter ein Blick in den Rückspiegel auf das Kind im Kindersitz hilft böse Verletzungen zu vermeiden.) Und nach dem Einbau immer den festen Sitz des Sitzes in alle Richtungen, prüfen.

Der Einbau in die Fahrzeuge ist eine reine Übungssache, die mehrmals geprobt werden sollte. Auch wenn es den Anschein hat, als hätte es schon beim ersten Mal problemlos geklappt.  – Oft irren hier die Eltern!

So ein Irrtum kann im Ernstfall tödliche Folgen haben, mahnt der Verkehrsexperte Siegfried Brockmann am Mittwoch in Münster. In der letzten Studie wurden 1042 Personen mit im Auto gesicherten Kindern, beispielsweise auf Supermarktplätzen, angesprochen und zu Ihren Kenntnisse und Sicherheitsgewohnheiten befragt.

Mehr als 50% gaben zu, keine ausreichende Kenntnis im Umgang mit den Kindersitzen zu haben, etwa 20% haben die nötige Sorgfalt aufgrund der kurzen Fahrtstrecke oder Zeitknappheit, außer Acht gelassen zu haben. Es gab aber auch Fälle, wo das Kind selbst den Gurt gelöst hatte, oder die Arme unter dem schützenden Gurt befreit hatte.

„Die Herstellen von Kindersitzen müssten hier deutlich an einer Vereinfachung der Handhabung arbeiten“, so Brockmann.  Auch sei bei Personen mit nicht deutscher Herkunft, ein Signifikant größeres Fehlverhalten festgestellt worden. Daher rät der Verkehrsexperte zum Kauf bei Fachhändlern vor Ort, die über ein ausreichend hohes Beratungsangebot verfügen. Ebenso sind extrem preiswerte Käufe über das Internet oft ein Risiko für das Leben der Kinder.

„Bei unserer Untersuchung haben wir zum Beispiel einen sehr teuren Sportwagen gehabt, der einen Kindersitz der alleruntersten Preiskategorie verbaut hatte…. Dazu sag ich jetzt mal nichts!“, fügte Brockmann hinzu.

Wer mehr über die richtige Handhabung und schnell vermeidbare Fehler lernen möchte, findet bei den Unfallforschern der Versicherungen weitere Informationen.

Nebenbei – Die größte Fehlerquote gab es bei den jungen Eltern …

Darum nehmen Sie sich unbedingt die Zeit den Kindersitz und den richtigen Sitz im Fahrzeug zu prüfen, das Leben von Kindern kann davon abhängen! – Auch bei Kurzstrecken – Immer!

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