Lasst HipHop sprechen!

Wie lässt sich in Zeiten von Fake News, wachsendem Nationalismus und zunehmender Orientierungslosigkeit noch eine eigene Sprache finden? Die Antwort gibt eine Gruppe von internationalen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern aus verschiedenen Sparten der Urban Arts. Als TANZPOETEN (19.+20.10.) formulieren sie mit dem Repertoire von HipHop, Rap und Spoken Word aufregende und dringliche Statements.

Kriege, flüchtende Menschen, anschwellender Bocksgesang in den sozialen Medien – sich vom Widerstreit zwischen Fakten und Panikmache nicht verwirren zu lassen, fällt heute schwer. Genau so, wie überhaupt Worte zu finden in Zeiten von Fake News und erstarkenden antidemokratischen Bewegungen. Was tun (und sagen) angesichts der rasanten Entkoppelung von multimedialer Fiktion und Realität? Wie lässt sich die Wahrnehmungsstörung der eigenen Lebenswelt überwinden?

Eine Gruppe von internationalen jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern tritt an, um die Sprachlosigkeit zu durchbrechen. Der Debatte, ob es so etwas wie einen verbindlichen gesellschaftlichen Wertekatalog gibt (oder ob der Verlust desselben zu beklagen wäre) halten die Performerinnen und Performer eigene, poetische Tanzbilder entgegen.

Gemeinsam mit der Spoken-Word-Koryphäe Dean Ruddock (Gewinner verschiedener Poetry-Slam-Meisterschaften, Filmemacher und in Paderborn zuhause) haben sie ihre Gedanken aufgeschrieben und anschließend in Rhythmus und Bewegung übersetzt. Das Rüstzeug bieten HipHop und Rap. Dabei kommen sehr verschiedene Stile der Urban-Arts zusammen. Beteiligt sind unter anderem ein kubanischer B-Boy (die Pionier-Form des Breakdance), ein Azonto-Künstler (ein Tanz- und Musikgenre aus Ghana), ein Rapper und zwei Tricker – was eine Underground-Sportart bezeichnet, die Gymnastik und Martial Arts fusioniert.

Die Kompositionen für das Projekt TANZPOETEN, das vom Dramaturgen Joachim Goldschmidt angestoßen und Bettina Henningsen inszeniert wurde, stammen vom Schlagzeuger und Musiker Exchampion (aka Benjamin Kövener). Musik, Tanz und Poesie und all die anderen Ausdrucksformen verbinden sich dabei zu einer gemeinsamen Sprache.


TANZPOETEN
Karten: 16,-€ / erm. 10,-€
(19.+20.10. – 20.00 Uhr)
VVK: WN-Ticket-Shop, localticketing.de/pumpenhaus


Fotos: Katharina Töws