Zuckeranbau direkt in Münster

Stephan Lütke Notarp  - Münster JournalFür die Familie Lütke Notarp ist der Anbau von Zuckerrüben eine traditionelle Herzensangelegenheit. Mitten in Münster St. Mauritz, liegt der Hof im Nahbereich zur Werse, und gehört zu den ältesten Höfen der Friedensstadt. Nachweislich besteht der Hof schon seit dem Jahr 1250.

Der Zuckerrübenanbau war bis in die 1970ger Jahre eine undankbare Aufgabe mit unglaublich großer Anstrengung. Daher hatten viele Landwirte kein Interesse an dem arbeitsaufwändigem Anbau. Doch dann wurde das pillierte Saatgut entworfen. Was so viel bedeutet, dass die extrem kleinen Samenkörnchen mit einer neutralen Hülle ummantelt werden, damit sie griffiger werden und bei der Aussaat besser dosierbar sind. Diese bahnbrechende Erfindung machte den Anbau endlich Familie Lütke Notarp - Münster Journallohnenswert.

Und so spezialisierte sich auch die Familie Lütke Notarp, nachdem sie sich von der Schweinehaltung getrennt hatte, auf den Ackerbau. Neben ca. 10 Hektar Zuckerrüben werden auf rund den 85 Hektar auch Mais, Weizen und Gerste angebaut. Das entspricht in etwa der Größe von 119 Fußballfeldern. Im Jahr 2010 setzte Stephan Lütke Notarp eine Menge Umweltmaßnahmen um. So wurden Uferrandstreifen, Blühstreifen zur Verbesserung des Gewässerschutzes und der Biodiversität (also der biologischen Vielfalt) umgesetzt. Der Nabu betreut zum Hof gehörige Streuobstwiesen.

Rübenroder - Münster JournalDie gestern geernteten ca. 1 bis 1,5 kg schweren Rüben hat der 47-jährige Landwirt bereits im April ausgesät. Das im Jahr 1747 entdeckte Süßmittel „Zucker“ aus der Zuckerrübe, wird in vielen Bereichen verwendet. Etwa 20% landen als Zucker im Handel. Der überwiegende Teil aber, wird von der Industrie als Süßmittel für Getränke, Süßwaren, Dauerbackwaren, Marmeladen, und Obstkonserven verwendet. Zucker dient aber auch zur Herstellung von Folien, Polstermaterialien, Klebstoffen, Kosmetik, Lacken und pharmazeutischen Produkten. Aber auch als Tierfutter sind die Bestandteile der Zuckerrübe ein wichtiger Energielieferant.

Zuvor wurde der Zucker fast ausschließlich aus dem in Übersee angebauten Zuckerrohr gewonnen.

„Das diese für Münster ungewöhnliche Ackerfrucht nur acht Kilometer vom Stadtkern angebautZuckerrübenfeld - Münster Journaal wird, wissen nur die allerwenigsten Münsteraner(innen)“, weiß Susanne Schulze Bockeloh, als Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster.

Weiterverarbeitet werden die Rüben in Warburg, bei der Firma Südzucker, nachdem sie mit dem Rübenroder durch Lohnunternehmer geerntet wurden. Und wer weiß, ob der Zucker aus Münster auch in Ihrem Haushalt zu finden ist?

Und hier noch ein Beauty Hack mit Zucker –