Münster Journal, Todesstrafe

Ein deutliches Zeichen gegen die Todesstrafe

– Münster beteiligt sich am Freitag, 30. November, am weltweiten Aktionstag “Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”. Die Stadt schaltet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Beleuchtung im Rathaus und Stadtweinhaus und außen an den beiden Häusern nicht ab. Am Freitag informiert Amnesty International von 13 bis 17 Uhr vor dem Rathaus bei einer Mahnwache.

Der jährliche Aktionstag für die Abschaffung der Todesstrafe wurde 2002 von der christlichen Gemeinschaft Sant` Egidio initiiert. Allein in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren rund 250 Städte beteiligt. Münster gehört dem internationalen Aktionsbündnis Cities for Life seit 2007 an. Aktuell gibt es noch in 58 Ländern die Todesstrafe. 140 Länder haben sie abgeschafft oder wenden sie nicht mehr an. 2018 wurde die Todesstrafe in Burkina Faso abgeschafft und die USA haben den 20. Bundesstaat ohne Todesstrafe erhalten, nachdem das Oberste Gericht Hinrichtungen im Bundesstaat Washington für verfassungswidrig erklärt hat.

Amnesty International rückt in diesem Jahr die Lebensbedingungen der Menschen im Todestrakt in den Mittelpunkt. Juan Melendez, der 18 Jahre im Todestrakt von Florida (USA) saß, bevor er 2002 wegen erwiesener Unschuld entlassen wurde, erinnert sich: “Ich kam in eine kalte Einzelzelle mit Kakerlaken. Schon nach wenigen Tagen wurde der erste Mithäftling hingerichtet”. Bis heute hat Juan Melendez Alpträume, in denen er zu seiner Hinrichtung abgeholt wird. “Ich habe oft erlebt, dass Mitgefangene verrückt wurden.”

“Ein grausames Beispiel der Hoffnungslosigkeit ist Japan, wo die Verurteilten jeden Tag mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen”, so Amnesty weiter. Erst am Morgen der Vollstreckung wird ihnen mitgeteilt, dass heute ihr Todestag ist. Dieser Zustand einsamen Wartens in Einzelhaft erstreckt sich oft über Jahrzehnte. Es dringen wenige Informationen aus dem Todestrakt von Japan nach draußen, aber viel weist darauf hin, dass die Gefangenen alle schwer psychisch krank sind.