Neulich beim Tennengericht

Gute Laune im Gerichtssaal, ist in Münster kein Grund den Saal räumen zu lassen. Auch nicht,Tennengericht, Münster Journal, Jörg Adler, KG Paohlbürger , Zoodirektor, als das große Tennengericht am vergangenen Sonntag, zum neunundvierzigsten Mal, tagte. Das Tennengericht der KG Paohlbürger am Heumannsweg in Münster, gehört weltweit zu den karnevalstischen Highlights wertvoller Brauchtumsveranstaltungen. Das Ganze ist höchst einfach und daher ebenso erfolgreich. Es werden mehrere prominente Persönlichkeiten mit unglaublichen Tatvorwürfen vor einen karnevalistischen Richtertisch gezogen, die sich dann etwas einfallen lassen müssen, um das hohe Gericht von ihrer Unschuld zu überzeugen.

Um es vorweg zu nehmen, das Gericht ist nicht bestechlich, es sei denn – berauschende Getränke, unvernünftige Beweggründe, purer Nonsens oder besondere Leistungen, überzeugen mehr als eine Person im Saal, vom Gegenteil. Es soll wohl auch schon vorgekommen sein, dass die Richtergemeinschaft aufgrund wichtiger oder noch unwichtigerer Dinge, Petra Zummach, Tennengericht, Münster JournalZustände und Geschehnisse, dem Geschehenen nicht mehr folgen konnte, und daher die designierten verurteilten “Gesetzesbrecher” zum Freispruch verurteilten.

Um es mit vielen Worten kurzzumachen, eine Veranstaltung, die vom Frohsinn und der Gelassenheit eines spontanen Wortwitzes lebt. Und dies in einer Zeit, wo hintergründige Komik leider viel zu oft von flachen und übervorsichtigen Wortbeiträgen, langweilt.
Wer immer noch auf der Suche nach einer vollendeten Veranstaltung ist, hat diese gerade verpasst, oder sollte sich schleunigst für die fünfzigste Aufführung im kommenden Jahr die Karten sichern, bevor es ein Anderer tut.Ralf „Eppi“ Ebbing, Tennengericht, Münster Journal

So verwundert es auch kaum, wenn das Publikum aus einer guten Mischung zu den Meinungsbildnern des Münsterlandes, regionaler sowie überregionaler Größen und der Creme de la Creme aller Karnevalisten zählt. Dabei spielt nicht einmal das Alter eine Rolle. Hier feiern Junggebliebene sowie dem Alter entgegenfiebernde heranwachsende Personen, den ungehorsam einer Gemeinschaft, die weiß, wo der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte. Beinahe wie die Gallier in einem gewissen Gallischen Dorf.

Am vergangenen Sonntag gab es ein Wiedersehen mit Dagmar Berghoff, jener Tagesschau Sprecherin, die dem Fernsehen noch das Laufen beibrachte, gefolgt von einem Künstler, der durch Schwarzarbeit bekannt wurde und zu einer Klasse von Talenten gehört, die es heute nur noch ganz selten zu finden gibt, Roberto Blanco. Schäfer Heinrich rockte ganz nach karnevalistischer Art die Bude, so wie es eigentlich nur den Rheinländern nachgesagt wird. Apropos Rheinländer, gab es Tennengericht, Münster Journal, Roberto Blanco, Prinzin diesem Jahr auch auf der Bühne.

Frank Pagalies, der von der Ehrengarde aus Düsseldorf nun endlich auch die westfälische Urgewalt der erfolgreichen Karnevalisten einer Stadt mit Türmerin erleben wollte, bat um Revanche der Westfalen, damit der Karneval in Düsseldorf endlich wieder auf den rechten Weg gebracht werde. Auch der hochgeschätzte Ruf von Oberbürgermeister Lewe, ließ ihn, zu den begleitenden Wunschkandidaten der Besuchs-Delegation hinzufügen.

Generalprinzmarschall Bernard Homann wurde ebenso mit einem Freispruch verurteilt und hatte entweder ein bisschen „Spaß muss sein“ im Ohr oder Nachrichtenfetzen aus 50 Jahre Tagesschau im anderen Ohr. Zwischendurch säuselte Harry Wijnvoord, nach 54 fast erfolgreichen, aber trotzdem erfolglos bestandenen Semestern Deutsch-Kurs, den Pegelstand verschiedener alkoholischer Getränke und weitere informeller Durchsagen. Im kommenden Jahr wird er die Moderation in original Masematte (Münsterländischer Soziolekt) versuchen oder in Niederländisch-Rückwärts. Sollte auch dieser Versuch scheitern, droht die Ausweisung nach Bielefeld.