Das Jahr des Erd-Schweins hat begonnen

Auch in diesem Jahr war der Andrang an Interessierten zum buddhistischen Neujahrsfest aus dem Umfeld des Münsterlandes enorm. Immer mehr prominente Gäste melden sich zu den sehr beliebten Festen der Chua Phuong Quang Gemeinde in Münster an. Dabei ist eine Ehren-Einladung zu einem dieser Feste, allein Platz bedingt, nur sehr schwierig zu bekommen. In diesem Jahr hatten das Glück mit dieser Einladung geehrt zu werden, der Präsident des Deutschen Städtetages und zugleich Oberbürgermeister Markus Lewe, der trotz starkem Regen mit seinem Fahrrad zu dieser Veranstaltung kam. „Für mich ist dieses friedliche Zusammenkommen sehr wichtig und wenn ich mehr Zeit erübrigen könnte, würde ich gern öfter hierherkommen.“, erklärte er uns am gestrigen Abend.

Die Freude jedoch war nicht nur auf seiner Seite, denn die Mitglieder der Pagode empfingen ihn mit viel Applaus und großer Dankbarkeit und Ehre, für seinen Besuch. Auch die weiteren Ehrengäste wurden mit Applaus und Dankbarkeit empfangen. Bürgermeisterin Karin Reismann aus Münster und Bürgermeister Gregor Krabbe aus Metelen, sowie CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland, Dezernent für Planungs- und Baukoordination Siegfried Thielen von der Stadt Münster und Richard Michael Halberstadt, sowie das Künstlerehepaar Heike und Rüdiger Schwahn aus Laer, waren begeistert von dem umwerfenden Empfang in dem reich geschmücktem Festzelt.

Durch die Witterungsbedingungen wurde dieser Ausweichort auf dem Pagoden Gelände gewählt, der nicht die üblichen Bedingungen erfüllte, die sonst die Nachbarschaft gewöhnt war. Dafür hatte aber die Oberfinanzdirektion zum Neujahrsfest den geräumigen Parkplatz in 50 m Entfernung zur Verfügung gestellt. Welcher eine große Hilfe für die vielen Tausend Gäste der Neujahrsveranstaltungen war.

Und hier sind wir auch schon mitten in den Problemen, die für die stark wachsende Gemeinde immer ernster werden. „Wir benötigen unbedingt mehr Platz, hier in dem stark bebautem Umfeld, gibt es aber keinen“, erklärt uns der Dolmetscher des Abtes. „Da die Gemeinschaft nur von Spenden existiert, ist eine Grundstücksfinanzierung über den üblichen Weg einer ‚Hausbank‘ nur schwer möglich. Und da viele Buddhisten sich hier in Münster wohlfühlen, ist das Limit nun erreicht.

Die Mitglieder leben nicht hier, aber bei den sonntäglichen Gebetsveranstaltungen und besonders bei unseren immer größer werdenden Festen, brauchen wir einen neuen Ort für unsere Pagode. Dafür werden mindestens 5000 Quadratmeter benötigt. Aber mit einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und Parkplätzen“, erzählt er weiter. „Über Angebote und Möglichkeiten würde sich der Abt der Pagode riesig freuen“, fügt er hinzu.

Leider gibt es auch unter den Medien immer noch Vorurteile, um dieses Vorhaben zu veröffentlichen. Erst kürzlich hörte ich den Spruch eines Kollegen, „Endlich können auch wir über diese Veranstaltungen berichten. Früher hat unser Chef immer gesagt – Hier im tief katholischen Münster ist kein Platz in den Nachrichten für diese Sekten.“ Das zeigt einmal mehr, wie engstirnig auch in der heutigen Zeit noch, gegenüber Andersgläubigen gedacht wird. Dabei gehörten zu den geistlichen Besuchern der buddhistischen Pagode sogar hochrangige Vertreter der katholischen Kirche aus dem Münsterland.

Was Besucher(innen) der Feste dieser tollen Gemeinschaft fast immer empfinden, ist die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen hier untereinander und vor allem auch uns Fremden gegenüber. Wer ernsthaft an einem friedlichen Umgang mit anderen Glaubensgemeinschaften interessiert ist, der sollte sich auch mit den verschiedensten Kulturen auseinandersetzen und sie kennenlernen. Dies ist eine der vielen Möglichkeiten und unsere Freiheit, sich selbst entscheiden zu dürfen.

In einer Zeit, wo alle immer nur nach echtem Individualismus streben, ist dieser nur mit einem einfachen Trick zu erlangen – Je mehr wir versuchen einander zu verstehen und miteinander friedlich zu leben, je Einzigartiger wird jeder einzelne Mensch von uns.