DGB Jugend verwundert über parteipolitisches Eigenlob

– Dass die CDU-Ratsfraktion Münster den Erfolg des NRW-weit gültigen Azubi-Tickets (ab August für ca. 80€ monatlich verfügbar) schlicht für sich reklamiert, nimmt die DGB-Jugend mit einiger Verwunderung zur Kenntnis: „Seit 2016 setzen wir uns für ein konkretes NRW-weites und preisgünstiges Azubi-Ticket-Konzept ein. Dabei hätten wir uns gerade von den CDU-Entscheidungsträgern im Verkehrsverbund des WestfalenTarifs mehr Unterstützung gewünscht. Und jetzt, nachdem der Azubi-Ticket-Erfolg eher über die Landesebene erzwungen wurde, ist es nicht Zeit für Jubelmeldungen, sondern für erfolgversprechende Umsetzungskonzepte“, kommentiert Felix Eggersglüß, DGB-Jugendbildungsreferent.

Die Gewerkschaftsjugend weist darauf hin, dass die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), in dem die CDU allein über eine Mehrheit verfügt, das Azubi-Ticket in Region und Land sehr lange blockiert hat. Dass es jetzt endlich zu dieser guten Azubi-Ticket-Einstiegslösung kommt, sei kaum der CDU in der Region zu verdanken. Die DGB-Jugend habe zuerst ein NRW-weites Ticket-Konzept nach vorne gebracht. Auch dank der Unterstützung der Kammern und von Unternehmensvertretern habe die Forderung zusätzliches Gewicht bekommen. Letztendlich sei es NRW-Verkehrsminister Wüst (CDU) gewesen, der den politischen Willen gezeigt habe, WestfalenTarif und NWL das Azubi-Ticket abzuringen – mit exklusiven Sonderzuschüssen, die bis 2020 auf 4 Millionen Euro jährlich steigen. Zudem sei das Azubi-Ticket, anders als die CDU-Ratsfraktion in der WN behauptet, nicht mit dem Semesterticket für Studierende vergleichbar: „Das Semesterticket ist eine Kollektivlösung für alle, das Azubi-Ticket eine Wahloption für Interessierte. Leider ist das NRW-Ticket für Azubis fast doppelt so teuer wie für Studierende“, erklärt Eggersglüß.

Die große Herausforderung liegt für die DGB-Jugend jetzt bei innovativen Infrastrukturlösungen: „Wenn die CDU hier vor Ort das Azubi-Ticket unterstützen will, ist sie gefordert, sich für passgenaue Bus- und Bahn-Verbindungen einzusetzen. Das Azubi-Ticket ist dann richtig was wert, wenn Auszubildende aus Münster zeitnah mit Bus und Bahn zu ihren Betrieben zum Beispiel in Coesfeld, Borken oder Oelde kommen“, verdeutlicht der DGB-Jugendreferent.


Bildunterschrift:  DGB-Jugendbildungsreferent mit dem NRW-Azubi-Ticket.
Leserbrief / Text: Felix Eggersglüß