Sind Hafenratschläge auch Schläge?

Eine wichtige Nachricht wurde in der vergangenen Woche, bei der Unterzeichnung zwischen den Spitzen der Stadt Münster und des SC Preußen Münster, wohl oft überhört.

Bei der Unterzeichnung, am 1. Februar 2019, der verbindlichen Absichtserklärung zur Sanierung und Erweiterung des Stadions an der Hammer Straße, wurde mehr oder weniger in einem Nebensatz erklärt, dass nun die Rückhaltefläche zwischen Stadthafen 1. und 2. (Nieberdingstraße) für einen eventuellen Neubau eines Stadions, wieder zur freien Verfügung steht.

Das bringt für das Hafengebiet ungeahnte Möglichkeiten, zwischen preiswerter Wohnbebauung, kreativer Nutzung, wie zum Beispiel eine kostenfreie Kanal-Schwimm-Einrichtung und anderen Freizeitflächen. Um den zukünftigen Entwicklungsprozess gemeinsam mit Gewerbetreibenden und Anwohnern voranzutreiben, gab es in Erweiterung an die Zukunftswerkstatt, am Dienstagabend, einen Hafenratschlag-Workshop von etwa 150 geladenen Personen.

Um den Workshop-Charakter aufrechtzuerhalten, blieben die Beteiligten erstmals unter sich. Auch der zweite Workshop, der am 11. April geplant ist, soll nicht Presse öffentlich abgehalten werden. In Anbetracht der Uhrzeit und der schnellen Lösungsfindung, keine schlechte Idee.

Dazu wird es dann wohl einen späteren (moderierten) Pressetermin geben, der ebenso wie der erste Termin am gestrigen Vormittag, bei der Stadt Münster abgehalten wird. Gestern gab es gut formulierte Ergebnisse, die unter strenger Aufsicht einer Moderatorin des Workshops, verkündet wurden 

Im Ganzen war es ein Lobgesang auf den friedlichen Umgang miteinander und auch ein paar Worte zum Hafencenter. Nun werden sich die städtischen Initiatoren ein Bild über den Stand der Dinge machen, trotz Datenschutzhürden einen funktionierenden Newsletter für die Beteiligten aufbauen, und sich in einer weiteren Runde auf den Weg in die Zukunft des Hafengebiets machen. Wird es einen Hafenmanager geben, wie soll die Aufgabe eines solchen definiert werden, etc.

Uns gegenüber äußerten Teilnehmer die Ängste es wieder mit einer Person aus der Verwaltung zu tun zu haben, oder wird diesmal der offene Weg einer wertneutralen Person bevorzugt? Bis dahin werden beteiligte Betroffene des Umfeldes, weiter rätseln, welche Wege bei den nächsten Arbeitsgruppen entwicklungsfähig und gangbar seien werden.

Eine ausführliche Dokumentation der Hafenratschläge wird auf der Website www.zukunft-muenster.de veröffentlicht.

Münster unternimmt zumindest den Versuch, eine neuen Transparenz zwischen den unterschiedlichen Interessen der Stadtbevölkerung herzustellen und so einen neuartigen Dialog in bestimmten Stadtgebieten zu etablieren. – Endlich mit Betroffenen und Menschen, denen ihr Umfeld am Herzen liegt.


Foto: Presseamt