Stadt verschlankt ihre Baulandvergabe

– Schon jetzt setzt die Stadt bei der Vergabe ihrer Baugrundstücke auf den digitalen schnellen Weg: Von der Bewerbung bis zum endgültigen Zuschlag kommt das Verfahren nahezu ohne Papier aus. In einem nächsten Schritt möchte die Verwaltung das Procedere weiter verschlanken. Der Rat wird in seiner Sitzung (am 13. Februar) über die neu gefassten Richtlinien für die Vergabe städtischer Einfamilienhausrundstücke entscheiden.

Um insbesondere Familien die Chance auf bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum in Münster zu geben, vergibt die Stadt ihren Baugrund nach sozialen und finanziellen Kriterien. Bisher prüfte die Verwaltung in einem aufwendigen und zeitintensiven Verfahren die jeweiligen Einkommensverhältnisse. Mehrmaliges Nachfordern von Unterlagen und Nachweisen war keine Seltenheit. Dieser Finanzcheck bleibt auch Teil des Verfahrens, konzentriert sich aber künftig nur noch auf die Einkommensverhältnisse der letzten zwölf Monate vor dem jeweiligen Stichtag.
“Viele Familien träumen mit ihren Kindern von den eigenen vier Wänden”, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. “Wir wissen um die hohe Nachfrage nach erschwinglichem Eigentum. Daher wollen wir das Bewerbungs- und Vergabeverfahren weiter beschleunigen. Familien sollen bei baureifen Grundstücken noch schneller als bisher zum Zug kommen”, betont der OB.

Gemeinsam mit dem Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung hat das städtische Immobilienmanagement die Richtlinien verschlankt. Antrag Stellende sehen jetzt klarer, welche Unterlagen im Bewerbungsverfahren unverzichtbar sind. Die Stadt wiederum erhofft sich Entlastung von zeitraubenden Prüfchecks von Papierbergen bei der Einkommensermittlung, die in dieser Tiefe für die Grundstücksvergaben gar nicht erforderlich sind. Die Zahl der Interessenten ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Für ein Grundstück in den drei Baugebieten Amelsbüren, Hiltrup und Markweg hatten sich im Vorjahr gut 1000 Familien beworben.

Hohes Interesse verzeichnet das Immobilienmanagement schon jetzt für die beiden großen Baugebiete, die im Frühjahr und Sommer 2019 auf den Markt kommen: Fast 900 Familien interessieren sich aktuell für das Bauen in “Wolbeck – Nord” (25 Grundstücke für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften) und “Mecklenbeck – Weseler Straße / Schwarzer Kamp” (42 Grundstücke für Reihenhäuser). Unter www.stadt-muenster.de/immobilien können potenzielle Häuslebauer und -bauerinnen sich für marktreife städtische Grundstücke auf Interessenlisten setzen lassen. Sobald die eigentliche Bewerbungsphase beginnt, werden sie via E-Mail informiert und können dann – ebenso online – ins Bewerbungsverfahren einsteigen.