Mit 19 Jahren schon Fürstbischof von Münster

– Jubiläum feiert 2019 nicht allein das Stadtmuseum mit seinen runden 40 Jahren. Ins Licht rückt auch Clemens August von Bayern, der vor 300 Jahren seine Regentschaft als Fürstbischof von Münster antrat. In der Schausammlung erfährt er deshalb eine besondere Würdigung. Der junge Prinz ist gerade einmal 19 Jahre alt, als er am 26. März 1719 zum Fürstbischof gewählt wird. Eine seltene Portraitmedaille zeigt den jugendlichen Herrscher im Hermelinumhang mit Perücke und Bischofswappen.

Bis September wird diese kunsthistorische Rarität im Kabinett “Barocke Pracht” ausgestellt. Der bayrische Kunstliebhaber und Mäzen verlieh als Bauherr oder Förderer von Architekten wie Johann Conrad Schlaun der westfälischen Baukunst wichtige Impulse. Allein in Münster entstanden während seiner Regentschaft der Erbdrostenhof, Haus Rüschhaus oder – von Clemens August selbst gestiftet – die Clemenskirche mit Kloster und Hospital. Von seinen Zeitgenossen wurde Clemens August als “Herr der fünf Kirchen” bezeichnet, da er neben Münster und Paderborn auch in Köln, Hildesheim und Osnabrück Fürstbischof war.

Diese Besitzungen machten ihn zu einem begehrten Bündnispartner innerhalb der verschiedenen Mächte Europas. Er liebt den Luxus und die Jagd, war aber auch von einer starken Frömmigkeit geprägt.


Foto: Eine feine und kleine Rarität: Die Porträtmedaille mit Clemens August von Bayern stammt aus dem Jahr 1723. Foto: Stadt Münster.