Radikale Veränderung im Karneval

In Zeiten der Gleichbehandlung war es fast schon absehbar, wann die feste Struktur des Karnevals, mit der althergebrachten Tradition, gebrochen wird. Im Jahr 2019 scheint nun dieser Durchbruch gelungen zu sein. Der (WRC) westfälische-rheinische Carnevalsclub 1648 e.V. aus dem 1975 in Hiltrup eingemeindeten südlichen Stadtteil in Münster, hat nun gewaltiges vor.

Schon in den vergangenen Tagen brodelte es hinter vorgehaltenen Händen in der Karnevalszunft. Und jetzt ist es raus – Der neue Stadtprinz in Münster, wird endlich eine Frau. Prinzessin „Gudrun Feierabend“ alias Prinzess „Gudi die I.“. Sie hatte gerade Geburtstag und bekam so ihr schönstes Geburtstagsgeschenk. Endlich als erste Frau im Münsterschen Karneval den Ton anzugeben. Mit ihrem gerade erlangten neunundsechzigsten Lebensjahr, wirkt sie immer noch taufrisch und gesteht uns vorab – “Mein Prinzessinen-Ornat wird in Form eines ultrakurzen Tanzmariechen-Rockes in Violett geschnitten sein.

Eigentlich sollte zum Zeichen der Erneuerung der baufälligen Karnevalsstruktur ein Transgender Prinz werden, doch im Zeichen der Vereins- und Gesellschaftsüberalterung, passe ich als alte Schachtel doch viel besser zum Narrenclub, und von den umgedrehten Männern gibt es ja schon viel zu viele in den Vereinen, fügt sie leise hinzu.“

Gudrun Feierabend denkt trotz ihres hohen Alters zeitgemäß und macht sich viele Nachhaltigkeitsgedanken über den Umweltschutz. So will sie in ihrer Amtszeit einige altgediente Adjutanten, die naturgemäß ja gern in der Öffentlichkeit stehen, als Pferdegespann für die Kutsche der Prinzessin recyceln und so den Designierten eine ebenfalls ehrbare Führungsaufgabe zuteilwerden lassen. Auch die Karnevalsvereine im Umland hat sie im Blick, so will sie für alle klammen Vereine einspringen und eine Zusammenführung für die kleinen Vereine antreiben, die aus eigener Kraft ein Fest in ihrer kleinen Gemeinde nicht mehr austragen können.

Zudem möchte sie bei den Umzügen aus dem Rheinland, Karnevalspaten einführen. Düsseldorfer, Kölner und andere Randwestfalen müssen endlich von dem hohen Ross herabsteigen. Wer fleißig Kukident TV sieht, kennt den Ölscheich Bauern aus Kattenvenne bei Greven und der seine Frau sagt immer, “hier bei uns auf dem Platten Land wurde Karneval geboren – Basta! Und mal unter uns – der Ruf ´Kamelle´ aus dem Rheinland ist auch nicht mehr für meine Altersgruppe geeignet. Die Dinger ziehen doch alle Gebisse. Besser wär nen Eierlikörchen, auch schon für die Verdauung, oder Weichlakritz am Stück”. 

Der WCR-Vorstand (Rheinisch Westfälische Carnevalsclub 1648) Dr. Peter von Konfetti a.D. ist mit dieser Änderung hochzufrieden, da nach seiner Meinung, “Der Karneval in Münster ein neues Highlight erhält, und somit seinem vorbezeichneten Weg in die absolute Bedeutungslosigkeit entgeht.“

„Aber dies wird jetzt zum Glück nicht passieren, denn mit dem neuen Konzept werden alte Traditionen wieder zu dem gemacht, was sie waren – Werte an denen sich die Menschen orientierten und verlassen konnten. Der Karneval wird ab sofort wieder am 11.11 gefeiert und nicht weil Irgendwer Geburtstag hat, ein Fußballspiel wichtiger ist, oder andere an der Nase hergezogene Gründe vorlagen, an einem anderen Tag. Wir verschieben den Ostermontag ja auch nicht auch einen anderen Tag, weil es montags eben manchmal regnet.

Wir werden zu Altweiber nun erstmals auch um 11.11 Uhr eine echte Ratshausstürmung mit „wilden Weibern“ veranstalten, das wünschen sich die Frauen in unserem Verein schon lange“, freut sich der Mann vom Vorstand.“ Danach geht es in die Kirche, zum Bischof. Der freut sich sehr, wenn die Karnevalisten mal wieder in einer beeindruckenden Größe vorbeischauen. Wir brauchen endlich wieder mehr Verlass auf unsere Werte und die alten Traditionen, die ein bedeutender Teil unseres Lebens sind.“


Dies war natürlich ein Aprilscherz ¡