Hitze-Welle: Auch die Tiere schwitzen

Wenn bei Temperaturen um die 30 Grad-Marke die Menschen unter der Sonne ächzen, geht es den Tieren nicht viel anders. In der Rinderhaltung liegt die optimale Außentemperatur beispielsweise zwischen zehn und fünfzehn Grad, Kühe mögen ein frisches Lüftchen im Stall. Die Wohlfühltemperatur von Schweinen liegt zwischen 20 und 25 Grad; während kleinen Küken Temperaturen um 36 Grad gut bekommen, sind bei ausgewachsenem Geflügel Temperaturen um 25 Grad optimal. Der Hitzestress wirkt sich bei den Tieren ähnlich aus wie beim Menschen: Sie haben nur wenig Appetit und sind sehr träge.

„In diesen heißen Tagen versuchen wir alles, um den Tieren die Temperaturen so erträglich wie möglich zu machen“, sagt Susanne Schule Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „In den Ställen nutzen Landwirte verschiedene Möglichkeiten, um das Klima für die Tiere zu verbessern. Hier werden zum Beispiel Ventilatoren eingesetzt, die für ein angenehmes Raumklima sorgen. Bewährt haben sich bei hohen Temperaturen vor allem Wasserdüsen, die unter der Decke hängen und die Tiere ab hohen Außentemperaturen mit Wasser benebeln“, weiß die Fachfrau. Diese Technik sorge dafür, dass die Umgebungstemperatur auf drei bis sechs Grad runtergekühlt wird, wobei für die Tiere keine Erkältungsgefahr, sondern wahre Erfrischung, besteht.

Tierwohl und Tierschutz sind die wesentlichen Aspekte, die für die Landwirte in ihrem Berufsalltag oberste Prämisse haben. „Moderne Technik macht den Landwirt keineswegs über-flüssig. Bei so hohen Temperaturen gehen wir lieber zwei Mal mehr in den Stall“, weiß Susanne Schulze Bockeloh. „Ein hohes Fachwissen ist notwendig, um den Anforderungen der Tiere 365 Tage im Jahr gerecht zu werden. Ob Schweine-, Rinder- oder Geflügelhalter – unsere Landwirte sind hierfür bestens ausgebildet. Es hat sich gezeigt, dass gut ausgestattete und gut geführte Ställe mit hohen Standards die Tiergesundheit und damit gesunde Lebensmittel sichern.“