Kleiner Flitzer, große Unfallgefahr

Darauf haben viele gewartet: Seit Mitte Juni dürfen Fahrer ab 14 Jahren auch in Deutschland mit E-Scootern am Straßenverkehr teilnehmen – vorausgesetzt, der Scooter ist zugelassen und ordnungsgemäß versichert.

Wer eines dieser sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge fährt, sollte beim Stichwort Versicherung allerdings nicht nur an die vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung denken. Denn mit den kleinen Flitzern unterwegs zu sein ist insgesamt nicht ganz ungefährlich: Kleine Räder, eine recht flotte Geschwindigkeit und ein relativ hoher Schwerpunkt machen E-Scooter
kippelig. Hinzu kommt, dass E-Scooter-Fahrer mit ihrer schmalen Silhouette noch leichter übersehen werden können als Radfahrer.

Obwohl beides nicht vorgeschrieben ist, sollte daher das Tragen eines Helms genauso selbstverständlich sein wie ein guter privater Unfallschutz, rät die LVM Versicherung mit Sitz in Münster. Schließlich ereignen sich Unfälle mit E-Scootern so gut wie immer in der Freizeit, wenn kein gesetzlicher Unfallschutz besteht. Die Schuldfrage stellt sich bei einer privaten Unfallversicherung im Übrigen nicht: Sie greift, wenn sich der Versicherte verletzt – unabhängig davon, ob er sich den Unfall selbst zuzuschreiben hat oder nicht.

Hier die Pressemeldung der Polizei
Ein 65-jähriger Mann aus Bad Lippsringe befuhr mit seinem E-Scooter zur Unfallzeit die Straße Am Vorderflöß in Fahrtrichtung stadteinwärs. Nach Zeugenaussagen befuhr zur selben Zeit ein vermultich dunkler Kleinwagen die Hubertusstraße und bog vor dem heran nahenden E-Scooter nach links in die Straße Am Vorderflöß ein. Der Rollerfahrer führte eine starke Bremsung durch und kam dabei zu Fall, ohne dass es zu einer Berührung mit dem Pkw gekommen war.

Nach Erstversorgung durch die Besatzung eines Rettungswagens wurde er in ein Paderborner Krankenhaus verbracht. Obwohl er einen Helm trug, zog sich der Rollerfahrer bei dem Unfall vermutlich lebensgefärdende Kopfverletzungen zu. Der Fahrer des dunklen Kleinwagens hatte seine Fahrt nach dem Unfall fortgesetzt und wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Ebenso werden alle weiteren Personen, die noch sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen könne gebeten, sich bei der Polizei in Paderborn zu melden. –

Folgemeldung
Nach dem Verkehrsunfall Am Vorderflöß, bei dem am Sonntag ein 65-jähriger Elektroroller-Fahrer schwer verletzt wurde (Polizeibericht vom 23.06.2019), hat sich der mutmaßlich beteiligte Autofahrer (19) am Montagnachmittag in der Polizeiwache Bad Lippspringe gemeldet. Die Fahndung nach dem gesuchten Fahrzeug wird eingestellt.

Der Verletzte ist außer Lebensgefahr und konnte am Dienstag von der Intensivstation verlegt werden.

Bei dem genutzten E-Scooter handelt es sich um ein führerscheinpflichtiges dreirädriges Modell mit Betriebserlaubnis und einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h. Das Fahrzeug wurde von der Polizei sichergestellt.

Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Die Ermittlungsergebnisse werden nach Abschluss an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.


Bild: Polizei Paderborn