Wenn die Gasheizung bei Hitze zur Gefahr wird

– Bezirksregierung und Schornsteinfeger-Innung warnen vor drohenden CO-Vergiftungen durch einen möglichen Abgasrückstau bei älteren Gasthermen in der Wohnung

Steigt das Thermometer über 30 Grad Celsius, können ältere Gasthermen zur Gefahr werden. Durch die hohen Außentemperaturen kann es in Kaminen zu einem Abgasrückstau kommen. „Dadurch erhöht sich die Kohlenmonoxidgefahr in Wohnungen. Auch wenn momentan keine Heizung gebraucht wird, werden die Geräte meist zur Warmwasserbereitung benötigt und somit auch bei der extremen Hitze betrieben“, so Karl Heinz van Wesel, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Münster.

Besondere Gefahren gingen zusätzlich von Gasheizungen in Kombination mit mobilen Klimageräten aus, warnt der Innungs-Obermeister: „Denn diese Geräte entziehen den Räumen Wärme, indem sie warme Luft über einen Schlauch nach außen absaugen und somit für einen Unterdruck in der Wohnung sorgen. Dadurch können auch Abgase aus dem Schornstein in die Wohnung gezogen werden.“ In etlichen NRW-Städten, so unter anderem im Kreis Recklinghausen, rückte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen vermehrt zu Einsätzen aufgrund drohender Kohlenmonoxid-Vergiftungen aus.

Anders als zum Beispiel bei Rauchgas, bemerken Betroffene eine drohende Kohlenmonoxid-Vergiftung häufig zunächst gar nicht, weil das Gas farb- und geruchlos und auch keinen Hustenreiz auslöst. Das Atemgift gelangt über die Lunge ins Blut, wo es den Sauerstoff-Transport behindert. Klassische Symptome einer beginnenden Vergiftung sind unter anderem Kopfschmerzen, gefühlte Atemnot und Schwindel. Kohlenmonoxid greift auch das zentrale Nervensystem an, ab einer bestimmten Konzentration führt CO zum Erstickungstod.

Reiner Dewulf, Hauptdezernent für Gefahrenabwehr bei der Bezirksregierung, rät ebenso wie Karl Heinz van Wesel Nutzern älterer Gasheizungen und –Thermen dringend zum Einbau von sogenannten „CO-Meldern“. Anders als Rauchwarnmelder seien diese nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aber: „CO-Melder, die es in jedem Baumarkt gibt, erkennen die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft lange vor einer Vergiftung. Das ist eine sinnvolle Investition. Unverzichtbar ist aber vor allem die regelmäßige Wartung von Gasthermen, Durchlauferhitzern und Heizungen.“ Das Schornsteinfegerhandwerk empfiehlt darüber hinaus, Gasfeuerstätten in Wohnungen nur mit geöffnetem Fenster zu betreiben.