Münster – Die Stadt der Lebensfreude

Auch an diesem Wochenende konnten wieder einmal Zehntausende von Touristen das Lebensgefühl der gewichtigsten  Friedensstadt in Deutschland kennenlernen und hautnah miterleben. Zwar hat Münster den Titel „Fahrradhauptstadt“ gefühlt verloren, doch wer die Stadt kennt, merkt schnell, was andere Städte als Fahrradstadt bezeichnen – Verdient den oft versprochenen Titel nicht einmal im Ansatz.

Münster ist ein echtes Lebensgefühl, ein belebter Ort, der allen Menschen von der unglaublichen Lebensfreude dieser aus allen Nähten explodierten Provinzstadt mit positiver Energie gibt, wonach Millionen suchen. Ein Ort der von Ehrlichkeit, Miteinander und gelebter Hoffnung nur so strotzt. – Ein Ort, wo Menschen sich behütet fühlen!

Es wirkt und ist echt, das Erlebnis Münster, mit seinem wieder einmal vertrockneten Lambertusbrunnen an der Lambertikirche, in dem Witzbolde wieder einmal das Wasser einfärbten und somit eine Menge Kosten verursachten. Gelder, die von der Stadt durchaus besser eingesetzt werden könnten. Unmittelbar daneben ein Ort der Ruhe und Begegnung. Die Kirche bietet Sitzgelegenheiten unter Schirmen, die zur Begegnung oder inneren Ruhe einladen, ohne in einem Straßencafé zur Bestellung gezwungen zu werden. Daneben treffen sich Mitglieder einer Tanzgruppe und swingen an diesem sonnigen Samstag umgeben von Gästen der Stadt.

Einige Meter weiter bemühen sich rund 120 Menschen um Verbesserungen im Zusammenspiel zwischen Deutschland und dem Benelux-Raum. Die Landesregierung hatte zusammen mit der Stadt Münster dazu in den Rathausfestsaal eingeladen. Mit Benelux wird seit 1960 der Verbund zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg bezeichnet. 

Doch die sich an jeder Ecke widerspiegelnde Lebensfreude und Toleranz, wovon einige sehr wenige mürrische Fußgänger und Radfahrer ausgenommen sind, zeigt sich bei den rund teilnehmenden bei der CSD – Demonstration (Christopher Street Day), die in der Innenstadt für fröhliche und bunte Bilder sorgten.
Was vor einigen Jahren noch in einer kleinen Gruppe für Argwohn und belustigte Gesichter sorgte, ist inzwischen zu einem lebendigen Zug durch eine sehr viel offenere Gesellschaft herangewachsen.

Derweil feilschen Menschen auf dem Domplatz, der zu einem der schönsten Marktplätze in Deutschland gezählt wird, um gesunde Lebensmittel aus der Region.  Und nachdem das geschäftige Treiben beendet war, wandelte sich der Platz für den anschließenden orientalisch-westfälischen Markt, der einen Hauch Marokko mit Goethe-Unterstützung in die Domstadt brachte.

Und wie es sich in Münster gehört, durften auch ein paar Regentropfen den lodernden Funken der Lebensfreude nicht vertreiben.