„Münster ist bei 5G vorne mit dabei“

– 6,55 Milliarden Euro haben vier Mobilfunkanbieter in die kürzlich versteigerten 5G-Lizenzen investiert. Nun sind die Erwartungen in das vielgepriesene Mobilfunknetz der Superlative groß. Auf einen genauen Zeitpunkt der Einführung in Münster legt sich der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFMG Deutsche Funkturm GmbH aber nicht fest. „Das hängt davon ab, wann wo wie was ausgebaut wird“, erklärte Dr. Bruno Jacobfeuerborn bei einem Fokus Immobilien Spezial der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM). So ganz im Ungewissen wollte er seine Gäste auf dem höchsten Gebäude der Region, 108 Meter über dem Erdboden, dann doch nicht lassen: „Münster ist bei 5G vorne mit dabei.“
5G ist die Abkürzung für die fünfte, revolutionierende Generation des Standards für mobiles Internet und Mobiltelefonie. Mit dieser Technologie werden mobile Daten deutlich schneller übertragen als bislang und Digitalisierungsprozesse enorm beschleunigt.

„Autonomes Fahren wird kommen. Auch Brillen, die die virtuelle Welt mit der realen verbinden, sind möglich. Während Sie jemanden ansehen, liefert Ihnen die Brille Informationen zu dieser Person. Die Industrie benötigt ebenfalls extrem kurze Zeitspannen zwischen der Aktion und Reaktion, zum Beispiel in der Robotik“, blickt Jacobfeuerborn in die naheliegende Zukunft. Voraussetzung ist die technische Infrastruktur der Deutschen Funkturm. „Die Rechenpower steckt nicht in der Brille, sondern in unserer Funkantenne. Die Brille ruft dann die Daten von einem Computer ab.“
Mehrere tausend Sendepunkte zusätzlich

„Somit hat die Deutsche Funkturm einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass 5G auch bei den Benutzern ankommt“, bescheinigte WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers der Deutschen Funkturm als Vollservice-Dienstleister für aktive und passive Infrastruktur eine große Leistungsfähigkeit. Das Unternehmen mit Stammsitz Münster betreibt bundesweit rund 29.000 Funkstandorte. Das heißt Türme, Masten, Dachanlagen, Distributed Antenna Systems (DAS) sowie Small Cells, die als Kästen an Häuserfronten auch in Münsters Innenstadt für eine gute Abdeckung sorgen. Wie schon bei LTE ist das Unternehmen auch bei 5G maßgeblich am Ausbau der Infrastrukturen für die Mobilfunkanbieter in Deutschland beteiligt.

„Wir werden mehrere tausend Sendepunkte für 5G realisieren, betreiben und vermarkten“, sagte der Experte. Anders als bisher ist davon auszugehen, dass die Mobilfunkbetreiber einen Großteil ihrer Infrastruktur sowie Rechner, Leitungen und Antennen der Deutschen Funkturm gemeinsam nutzen. „Aufgrund der hohen Lizenzgebühren, die einen immensen Kostendruck verursachen, wird die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen für die Unternehmen immer interessanter“, erklärt Jacobfeuerborn. „Die Gespräche zwischen den Häusern laufen bereits – und wir sitzen mit am Tisch.“


Auf dem Fernsehturm in 108 Metern Höhe sprachen (v.l.) Dr. Bruno Jacobfeuerborn (l.) und Peer Kollecker (r.) von der DFMG Deutsche Funkturm GmbH (l.) sowie Dr. Thomas Robbers und Dr. Christina Willerding von der Wirtschaftsförderung über das Thema 5G. Foto: Martin Rühle