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Buchbesprechung – Als der Wagen nicht kam

– Die Lebensernte eines abenteuerlichen Mannes, liegt tief unten in einem Schrank versteckt, sie wird zur Grundlage dieses Buches. Ein Streifzug durch die braune Geschichte einer Zeit, die viele von uns zum Glück nicht persönlich miterlebt haben, sie aber auch nicht verdrängen dürfen. Diese Geschichte führt dazu,  der Gerechtigkeit des Verfassungsgerichtes auf die Sprünge zu helfen und dem Werdegang des ersten Gerichtspräsidenten dieses so wichtigen Gerichtes für einen Zeitraum zu begleiten.

Sehr unterhaltsame deutsche Kriegsgeschichte, die in der Mitte der 90er Jahre entdeckt wurde, als sie keinen wesentlichen Schaden mehr anrichten konnte. Wer das Buch liest, versinkt automatisch in der lebhaft geschilderten Vergangenheit von vor 75 Jahren, beim aufblicken während einer kurzen Lesepause, braucht der Geist einen Moment, um sich in der Jetztzeit spontan wiederzufinden. Paulus van Husen hat schreckliches erlebt und nur mit großem Glück die Zeit der Nazis  überdauert. Manfred Lütz der Autor jedoch, hat aus dem geerbten Material diese Erinnerungen lebensecht wiederbelebt und lässt einen dunklen, wahrhaftig grausamen Farb-Film vor unseren Augen entstehen. Ein Film der jedoch mit dem Funken der Gerechtigkeit für unsere Generationen zu einer fragilen Hoffnung verhilft.

Unglaublich sind die scheinbaren Ähnlichkeiten, heute 75 Jahre später, die jene Ereignisse durch die aktuellen politischen Handlungen, das ewig schlafende Murmeltier immer wieder und wieder erwachen lassen. – Es ist Zeit zum Aufwachen!

Meisterlich geschrieben und ein Werk für jedes Buchregal. Wer Geschichte verstehen will, muss diese lebendige und liebevolle Biografie gelesen haben, um unterhaltend zu erleben, warum es so schwer war sich gegen dieses System aufzulehnen. Doch Vorsicht, das Buch nimmt die Leserschaft in eine eigene, spannende Welt mit, da hinterlässt das Ende den Wunsch nach einer „Never ending Story“.


Manfred Lütz, Paulus van Husen

Als der Wagen nicht kam

Eine wahre Geschichte aus dem Widerstand

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem 20. Juli 1944 macht Manfred Lütz eine außergewöhnliche Entdeckung: Er findet die Autobiografie seines Großonkels Paulus van Husen. Was er darin liest, zieht ihn sofort in seinen Bann. Der bis dahin unbekannte Bericht eines Zeitzeugen, den es immer wieder an die Brennpunkte der Geschichte des 20. Jahrhunderts verschlagen hatte.

 

Buch (gebundene Ausgabe)
ISBN 978-3-451-38421-9
 

 

25,00€

inkl. gesetzl. MwSt.

Herder Verlag