Der Kunde ist König, der Mitarbeiter auch!

– Die Netzwerkinitiative versteht sich als Anlaufstelle für Unternehmen, die Fragen rund um Themen wie Liquiditätssicherung,  Ertragsstärkung, Beschäftigungssicherung, Umstrukturierung und Sanierung haben. In den Fokus ist das Thema „Personal und Arbeitsmarkt“ gerückt.

Der Kommunikationsberater Kai Heddergott gab zu bedenken, dass sich die Arbeitgebermarke vor allem durch Wertschätzung gegenüber

Auf Einladung vom Kompetenznetzwerk Zukunftssicherung sprachen Claudia Möller (Mitte), Bastian Hübschen (2.v.r.) und Marc Hansen (r.) sowie Kai Heddergott (2.v.l.) zum Thema Mitarbeiterbindung. Dr. Christina Willerding (l.) moderierte. Foto: Martin Rühle

Beschäftigten stärken lässt. „Den Respekt bekommen Sie als Unternehmen zurück.“ Zudem sei wichtig zu kommunizieren – vor allem gegenüber jungen Menschen –, wofür das Unternehmen steht und was es für die Mitarbeiter tut. „Auf­grund der Demografie haben Firmen inzwischen viel zu wenige Bewerber. Die jungen Generationen sind sich ihrer Situation bewusst: Sie haben die Wahl und äußern andere Wünsche als vorherige Generationen“, erläuterte Heddergott. Unternehmen sollten sich fragen, wie potenzielle Mitarbeiter ticken und was der Arbeitgeber bieten kann? „Personalmarketing ist Menschenmarketing.“

Claudia Möller, Geschäftsführerin von Orthopädieschuhtechnik Möller, kann von Glück sagen, dass sie noch gute Mitarbeiter findet. „Doch auch wir müssen uns auf Dauer Maßnahmen zur Ansprache potenzieller Fachkräfte überlegen.“ Aus diesem Grund habe ihr Unternehmen 2018 an dem Projekt „Krachtige Kernen/Starke Dörfer“ (KRAKE) zur Fachkräftebindung im ländlichen Raum teilgenommen. „Wir haben Jugendlichen acht Betriebe bei einer Dorfrallye vorgestellt und so Praktikanten gewonnen. Das war sinnvoll.“

Marc Hansen, Geschäftsführer von 2 Rad Hansen GmbH, bestätigte: „Wenn ein Unternehmen engagiert an die Suche junger Menschen herangeht, dann kommt dabei auch etwas raus.“ Die Bedarfsdeckung erfolgt hier durch die gute Ausbildung junger Menschen und ihre Übernahme. „Diesen Weg haben wir mit der Begleitung von Berufsberatern eingeschlagen. Wir gehen auch zu Messen oder bieten Praktika an.“ Doch: „Wenn ich den Aufwand nicht betreibe, kann ich auch keine jungen Menschen für den Job begeistern und langfristig binden.“

Die Mitarbeiterbindung erfolgt bei der Brooks Sports GmbH unter anderem über das Angebot von Perspektiven. „Wir führen quartalsweise Gespräche mit gegenseitiger Bewertung. Wir haben festgestellt, dass sich Mitarbeiter weiterentwickeln wollen und dieser Aspekt für den Verbleib im Unternehmen eine große Rolle spielt“, berichtete Bastian Hübschen, Territory Manager Central Europe. „Das heißt viel Arbeit für die Firmenleitung, weil sie sich auf die Vorstellungen der Mitarbeiter einstellen muss.“

Dieses Statement zeige, erklärte Moderatorin Dr. Christina Willerding von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH, dass Unternehmen im Wandel sind. „Man muss mehr Aufwand betreiben und jeden Mitarbeiter individuell betrachten.“