Geburten in Münster höher als im Landesschnitt

– In Münster kommen mehr Kinder auf die Welt. Das teilt die AOK NordWest aufgrund aktueller Zahlen des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) mit. Danach wurden im vergangenen Jahr in Münster 3.159 Babys geboren. Das waren 0,89 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor (3.131 Geburten). Der Landesdurchschnitt lag dabei bei 0,7 Prozent. „Bei Geburten unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen mit der Zahlung von Mutterschaftsgeld als Entgeltersatzleistung während der Schutzfristen, also sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung. Bei Mehrlings- und Frühgeburten verlängert sich das Mutterschaftsgeld von acht auf zwölf Wochen ab dem Entbindungstag“, sagt Serviceregionsleiter Dirk Pisula. Allein im letzten Jahr gab die Krankenkasse in Münster 339.942 Euro für Mutterschaftsgeld aus.

Einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben werdende Mütter, die als Arbeitnehmerin selbst gesetzlich krankenversichert sind. Das Mutterschaftsgeld beträgt maximal 13 Euro pro Kalendertag. Übersteigt das durchschnittliche Nettoarbeitsentgelt den Betrag von 13 Euro, wird die Differenz zum Nettoarbeitsentgelt vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld gezahlt, sodass das bisherige monatliche Einkommen vollständig ersetzt wird.

Darüber hinaus übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die ärztliche Betreuung, Vorsorgeuntersuchungen und die Leistungen einer Hebamme während und nach der Schwangerschaft. Kann der Haushalt wegen eines Klinikaufenthalts oder Beschwerden in der Schwangerschaft nicht weitergeführt werden, zahlen die Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Haushaltshilfe.

Die Kraankenkasse übernimmt für ihre Versicherten außerdem Leistungen wie Schwangerschaftsgymnastik, Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik. Mit dem neuen individuellen Gesundheitsbudget können die Versicherten noch weitere exklusive Mehrleistungen in Anspruch nehmen. Erstattet werden zum Beispiel Kosten für die Hebammenrufbereitschaft zur Entbindung, Geburtsvorbereitungskurse für Partnerinnen und Partner, nicht verschreibungspflichtige und apothekenpflichtige Medikamente mit den Wirkstoffen Folsäure, Eisen und Magnesium. Zu den Mehrleistungen gehören auch Untersuchungen wie 4-D- oder Farbdoppler-Ultraschall, B-Streptokokken-Tests, Feststellung der Antikörper gegen Windpocken/Ringelröteln und Toxoplasmose- und Zytomegalie-Tests. Bezahlt werden dafür innerhalb des Gesundheitsbudgets jeweils bis zu 80 Prozent der Kosten bis maximal 500 Euro im Jahr.

Im Jahr 2018 wurden in Nordrhein-Westfalen 173 150 Kinder geboren. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 1 166 bzw. 0,7 Prozent mehr Kinder als im Jahr zuvor (2017: 171 984). Es handelt sich um die zweithöchste Zahl seit dem Jahr 2000 (damals: 175 144); die Zahl der Lebendgeborenen hat sich gegenüber dem bisherigen historischen Tiefstand im Jahr 2011 (143 097) um 21,0 Prozent erhöht.