‘n Köppken Koffie – Das Wort des Monats

Ob als Energielieferantin, Muntermacherin oder Teil eines festgelegten morgendlichen Rituals: Die Tasse Kaffee gehört für viele Menschen zur täglichen Morgenroutine. In Westfalen spricht man auch von einem ‘Köppken Koffie’. ‘Köppken’ – klingt so ähnlich wie ‘Kopp’. Ist das nicht eigentlich ein Wort für Kopf? Was sich hinter der Bezeichnung verbirgt, wissen die Mundart- und Namenforscher beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die sich tagtäglich mit Worten wie diesen beschäftigen.

Ein ‘Köppken’ ist in der Tat ein kleiner Kopf, die Silbe -‘ken’ dient im Niederdeutschen der Verkleinerung. Doch das ist noch nicht alles: Ein ‘Köppken’ ist auch ein Trinkgefäß, eine Tasse. Und das ist sogar die ursprüngliche Bedeutung von ‘Kopp’ bzw. ‘Kopf’. “Erst daraus hat sich die Bedeutung Hirnschale entwickelt, und von da war es nur noch ein kurzer Schritt hin zur Bedeutung Kopf”, erklärt Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. “Das englische Wort ‘cup’ spiegelt übrigens die alte Bedeutung Trinkschale noch gut wider”, so Denkler. Mit der Zeit hat das Wort ‘Kopp’ bzw. ‘Kopf’ dann auch das alte Wort für Kopf, nämlich ‘Haupt’ (niederdeutsch ‘Hööft’, engl. ‘head’), weitgehend verdrängt”, sagt der LWL-Mundart- und Namenforscher. – Im westlichen Münsterland weiß man übrigens, dass sich eine freundliche Atmosphäre bezahlt machen kann: “Metán Köppken Koffie is monks mehr te verdeenen as met duusend Mark Geld” [hochdeutsch: Mit einer Tasse Kaffee ist manchmal mehr zu verdienen als mit 1000 Mark.]