​Bahn frei für billigere Tickets

Endlich – Die Zeichen stehen auf Vernunft und plötzlich zeigen die Bemühungen rund um die Klimadebatte, erfolgversprechendes Umdenken. Zumindest im Fernverkehr
können Kunden ab 2020 mit sinkenden statt ständig steigenden Preisen rechnen. Möglich macht es die Steuer und ein Bahnchef, der die Steuerersparnis an seine Kunden weitergeben will.

Einigung im Vermittlungsausschuss bringt Klimaschutz im Verkehr voran

Als „wichtigen Fortschritt für den Klimaschutz im Verkehr“ hat Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, die Einigung von Bund und Ländern auf die Mehrwertsteuersenkung für Zugtickets bezeichnet. „Durch diese steuerliche Entlastung werden Tickets im Fernverkehr auf der Schiene für die Reisenden um etwa zehn Prozent günstiger“, sagte Flege am heutigen Montag in Berlin. „Dies stärkt den klimafreundlichen Schienenverkehr im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern mit einer höheren Klimabelastung. Die Mehrwertsteuer-Senkung wird mehr Menschen in die Züge bringen und damit einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen leisten.“

Deutschland bevorzugt weiterhin grenzüberschreitenden Flugverkehr bei der Steuer

Am Montag haben sich Bund und Länder darauf verständigt, die Mehrwertsteuer auf Zugtickets für Reisen ab einer Distanz von 50 Kilometern von 19 auf sieben Prozent zu senken. Damit wird der umweltfreundliche Schienenverkehr für die Reisenden preislich attraktiver. Allerdings soll es dabei bleiben, dass der grenzüberschreitende Schienenverkehr – anders als der grenzüberschreitende Flugverkehr – für den Streckenabschnitt im Inland mit Mehrwertsteuer belastet ist.

Fernbusse genießen noch Privilegien

In der Debatte über die Mehrwertsteuer für Fernbusse betonte Flege, dass sich die Allianz pro Schiene für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsträgern einsetze. „Dafür müssen wir aber auf die Gesamtbilanz schauen. “Es macht keinen Sinn, mit der Mehrwertsteuer einen einzelnen Aspekt isoliert herauszugreifen und andere Kostenbelastungen etwa durch Schienenmaut, Stationspreise oder EEG zu ignorieren.“ Noch immer profitieren Fernbusse im Wettbewerb mit Bahnen von Privilegien der ersten Stunde. So zahlen sie keine Maut, müssen nur mancherorts für die Nutzung von Omnibusstationen aufkommen und sparen durch vergleichsweise laxe Kundenrechte bei Verspätungen. „Wenn die Politik die Mehrwertsteuer auch für Fernbusse senkt, muss sie zeitgleich Wettbewerbsgleichheit auf den anderen Feldern herstellen.“

Münster: ÖPNV statt eigenem Pkw

Bahn- und Busfahrten am Samstag vor dem vierten Advent, im kompletten Stadtgebiet Münster zum Nulltarif. Die Aktion der Stadt Münster wird von Woche zu Woche beliebter.  Nein es sind diesmal nicht die fahrradfahrenden Bürgerinnen und Bürger, die das Klima in Münster so nachhaltig verbessern, sondern viele motorisierte Umdenker, die Parkhäuser in der Innenstadt nicht mit ihren stinkenden Abgasen einhüllen, sondern in den vergangenen Wochen auf den Geschmack gekommen sind und den gänzlich kostenlosen Nahverkehr im Stadtgebiet Münsters zu schätzen gelernt haben. Bus- und Bahnfahren haben überzeugende Qualitäten und können sogar deutlich mehr Spaß bereiten als gedacht, geben Nutzerinnen und Nutzer der vergangenen Wochen zu. Am kommenden vierten Adventssamstag haben Menschen in Münster noch einmal die Gelegenheit, einfach den Nahverkehr im Stadtgebiet Münster zu nutzen und keinen Cent dafür berappen zu müssen – Einsteigen, mitfahren – So einfach geht Umweltschutz!

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