Friedensschul-Kollegen halten die Stellung.

Die Bestürzung war groß, als der Schulleiter Ulrich Bertram in der vergangenen Lehrerkonferenz von der schweren Erkrankung einer Schulsekretärin berichten musste. Die sehr geschätzte und beliebte Kollegin wird vermutlich lange Zeit ausfallen. Neben der persönlichen Tragik wurde aber schnell die noch viel größere Tragweite dieser Nachricht klar: mit nur einer zur Hälfte besetzten „Zentrale“ funktioniert eine so große Schule wie die bischöfliche Gesamtschule am Aasee einfach nicht! Da war guter Rat teuer: Für eine so verantwortungsvolle (und stressige) Position findet sich nicht mal so eben ein Übergangsersatz. Und doch gibt es jetzt eine typische Friedensschullösung: Lehrerinnen und Lehrer nehmen in ihren Freistunden den Platz der Schulsekretärin ein, um bei den drängendsten Problemen behilflich zu sein.

Und davon gibt es mehr als man sich denken mag: Eltern rufen an, um ihre Kinder krankzumelden. Schüler und Schülerinnen kommen, um sich bei Verletzungen ein Pflaster oder ein Kühlpäckchen zu holen. Kinder, die sich nicht gut fühlen, möchten sich abholen lassen. Formulare ausgeben, abstempeln, weiterleiten. Einfach Mädchen für alle und alles sein. Telefonauskunft, Seelentröster und Manager – alles gleichzeitig, und natürlich immer freundlich…

In den nächsten Wochen werden also überraschend ungewohnte Gesichter bzw. Stimmen im Sekretariat abwechselnd anzutreffen sein. Oder wie es ein Friedensschullehrer ausdrückt: „In einer Familie hilft man sich eben gegenseitig.“