Mehr Wohnen statt mehr Einkaufen im Hansaviertel

Der DGB-Stadtverband Münster hat sich auf seiner letzten Sitzung mit den alten und neuen Plänen rund ums „Hafencenter“ beschäftigt. Einstimmig kam es zu dem Beschluss auch dem neuen, zwischen CDU und SPD ausgehandeltem, Projekt „Hafenmarkt“ eine deutliche Absage zu erteilen.

„Münsters dringendes Problem ist der Wohnungsmangel. Von fehlenden Einkaufsmöglichkeiten ist uns eigentlich nichts bekannt. Das Hansaviertel ist gut ausgestattet, um sich zu versorgen. Ein mehr an Einkaufsangeboten wird höchstens die bestehende Struktur gefährden. Deshalb fordern wir den bereits erstellten Baubestand so zu belassen, die Tiefgaragen für die Anwohner zur Verfügung zu stellen und die freien Flächen mit bezahlbarem Wohnraum zu füllen. Das ist das, was Münster wirklich braucht!“, erläutert der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Peter Mai den Beschluss.

„Für uns ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, was unsere Stadtpolitik dazu veranlasst, den Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum hier nicht nachzukommen. Ein neuer Name täuscht nicht darüber hinweg, dass lediglich auf einen Getränkemarkt auf dem Gelände und auf knapp 60 oberirdische Parkplätze verzichtet werden soll, ansonsten ist das „Hafencenter“ und der „HafenMarkt“ die gleiche Sauce. Außerdem wird das Verkehrsgutachten auch bei dem „HafenMarkt-Projekt“ weiterhin ignoriert.

Das Nadelöhr „Hansaring“ wird so sicherlich nicht entschärft. Ebenso werden begrünte Dächer, die an sich positiv zu bewerten sind, die schlechte Luft und den Lärm aus dem Hansaviertel nicht schlucken können. Hier erwarten wir ein Umdenken der Planer und der Stadtpolitik, damit das Hansa- und das Hafenviertel endlich strukturell und nachhaltig für die heutigen und künftigen Bewohner weiter entwickelt wird“, ergänzt Mai.