Müssen die Käfige weg ?

Auf Einladung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, erläutert am Montag (20.01.) der münsterische Historiker Jan Matthias Hoffrogge „Warum wir weniger an die „Wiedertäufer“ erinnern sollten“. In seinem Vortrag beschäftigt er sich mit der Erinnerungskultur an die Täufer, die 1534/35 nur wenige Monate über Münster herrschten, sich aber dennoch in das Gedächtnis der Stadt einbrannten. Bis heute begegnet man den Täufern in politischen Reden, im Karneval, auf Zeitschriftencovern, in zahlreichen Liedern und anderen Kunstwerken oder in Museen.

Sichtbarster und zugleich umstrittenster Ausdruck dieser Erinnerung sind die Körbe am Turm von St. Lamberti. Der Referent thematisiert die Frage, ob eine solche Zurschaustellung von Hinrichtungszeugnissen angemessen für die „Friedensstadt“ Münster ist. Basierend auf seinem Buch „Der Wiedertäufermythos“ zeichnet er die Muster nach, die es seit 1536 im Umgang mit der Täufer-Vergangenheit Münsters gibt. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den großen politischen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen die Täufer als historisches Argument genutzt wurden.

Er thematisiert das daraus resultierende problematische Gedächtniserbe – den „Wiedertäufermythos“ –, der bis in unsere Gegenwart fortwirkt und fragt nach Alternativen im Umgang mit der Geschichte des Täuferreiches. Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Plenarsaal des Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster. 
– Siehe https://muenster-journal.de/2017/10/alle-abhaengen-oder-einen-vierten-hinzufuegen/


Bild: Titelbild TL / Münster-Journal – Der Eintritt ist frei.