„laut denken statt still schweigen“

Designstudierende entwickelten Kampagne für das Zuhörtelefon Nightline Münster

Ein Zuhörtelefon – kein Sorgentelefon. Darauf legt der Verein Nightline Münster großen Wert. Das Zuhörtelefon von Studierenden für Studierende ist täglich außer samstags von 21 bis 1 Uhr erreichbar. „Es muss nicht die große Krise in einer Beziehung oder der Prüfungsstress sein. Uns kann man auch anrufen, wenn man nur mal mit jemandem reden möchte, jenseits von Familie und Freunden“, erklärt der Sprecher von Nightline, Yannick Janßen. Er ist auch der einzige, dessen Name genannt werden darf. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Anrufenden und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym bleiben.“

Die Hemmschwelle, bei Nightline anzurufen, soll niedrig sein. Absolute Vertraulichkeit wird zugesichert wird, und doch ist der Service nicht so bekannt, wie es sich die Studierenden von Nightline wünschen. Deshalb wandten sie sich an den Fachbereich Design der FH Münster, die Münster School of Design (MSD). Die Aufgabe für die 18 Projektteilnehmer: Plakate und Aufkleber zu gestalten, die den Bekanntheitsgrad erhöhen sollen. Außerdem mussten die Designer in spe eine interne Mikro-Website entwickeln, die die Gestaltungselemente so anbietet und erklärt, dass auch kommende Nightline-Generationen damit weiterarbeiten können. Ein Unterfangen, dem sich fünf Teams im Seminar „Einführung in die Projektarbeit der Kommunikationsgestaltung“ bei Paul Bičište und Jakob Maser ein Semester lang widmeten.

Welche Kampagne den Weg nach draußen schaffen wird, verkündeten die neun Studierenden von Nightline, nachdem die Teams ihre Entwürfe präsentiert hatten. Die Entscheidung sei ihnen nicht leichtgefallen. „Alle Entwürfe hatten etwas Innovatives“, fasste Janßen zusammen. Sie hätten gestaunt, dass Drittsemester schon so viel leisten könnten. Das Rennen machte das Team mit Catherine Pree, Lejla Husić, Marie-Christin Rudigier und Antonia Weiß. Im Mittelpunkt ihrer Kampagne „nightline ON – struggles OFF“ steht ein Slide Button: Er ist, neben den Slogans, der Hingucker auf den Plakaten, und in Kombination mit der Telefonnummer bildet er den Aufkleber. „Besonders gelungen finden wir die Lösungsansätze in den Slogans“, so Janßen. „abkühlen statt überkochen“, „runterschalten statt durchdrehen“, „entwirren statt verknoten“. Und vor allem „laut denken statt still schweigen“. Denn dazu sollen die Anrufer ermutigt werden, auch wenn sie nur eben mal plaudern möchten.

„Als Team zusammenzuarbeiten – so wie später im Beruf, das war die schönste Erfahrung in diesem Projekt“, sagte Catherine Pree nach der Präsentation. „Jede von uns konnte ihre Kompetenzen einbringen. Die Herausforderung lag darin, bei so einem sensiblen Thema auch sprachlich akkurat und nicht missverständlich zu sein.“

Den Dank des Auftraggebers gab Bičište gern zurück. Denn ohne einen realen Kunden würde so ein Projekt anders laufen: „Da gilt nur das Urteil von uns Lehrenden, aber hier haben Sie als Auftraggeber das letzte Wort. Entscheidend ist, was Sie umsetzen möchten und können.“

Eine Vorfreude bleibt für alle Seiten: die Kampagne im Stadtbild zu sehen. „Dafür hoffen wir auf Unterstützung“, so Janßen. Denn schließlich werbe Nightline für eine gute Sache – möglichst auf Messen, in Bibliotheken, Cafés, Sportstätten und im öffentlichen Personennahverkehr.

Zum Thema: Die Ausbildung am Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang Design an.