Sanierung des Münsteraner Schlosses geht wie geplant weiter

Mit dem heutigen Datum beginnen die Vorbereitungen für die Sanierung des Nordflügels am Münsteraner Schloss mit dem Aufbau eines Fassadengerüsts. Damit wird der zweite Bauabschnitt der Schlosssanierung eingeleitet, nachdem im vergangenen Jahr bereits der Südflügel saniert worden war. Im Rahmen der Bauarbeiten lässt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB NRW), der Eigentümer des Schlosses, die Fenster und die Fassade der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz, heute Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, wieder aufarbeiten.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Schlosssanierung. Die Arbeiten am Südflügels im letzten Jahr verliefen ganz nach Plan. Ich freue mich, dass wir nun den zweiten Bauabschnitt eröffnen und damit auch die künftige Nutzbarkeit des Schlosses sicherstellen“, erläutert Isabella Oppenberg, Leiterin der Niederlassung Münster des BLB NRW. Das Sanierungskonzept für das unter Denkmalschutz stehende Schloss hat der BLB NRW zusammen mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und dem Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel aus Münster erarbeitet und mit der Universität als Nutzer des Gebäudes abgestimmt.

Folgende Maßnahmen werden im Zuge der Sanierung ergriffen:

  • An der Sandstein- und Ziegelfassade des Schlosses wird loser Stein entfernt bzw. nach Möglichkeit gesichert. Großflächig abgeplatzte Stellen werden ausgebessert, beschädigte Ziegelsteine ersetzt. Mauerwerksfugen, Dach- und Kupferanschlüsse sowie Geländer werden instandgesetzt und bei Bedarf erneuert.
  • Die unter Denkmalschutz stehenden Fensterflügel werden etappenweise ausgebaut und in einer Tischlerwerkstatt aufgearbeitet, d. h. von altem Lack befreit, bei Bedarf repariert und neu gestrichen. Die Fensterrahmen werden an Ort und Stelle auf dieselbe Art restauriert. Für die Zeit der Restaurierung verlassen die vom Ausbau betroffenen Universitätsbeschäftigten abschnittsweise ihre Büros und ziehen in einen nahe gelegenen Bürocontainer. Erfahrungsgemäß können die restaurierten Fensterflügel nach rund 30 Tagen in die alten Fensterrahmen eingehängt und die Büros wieder bezogen werden.
  • Abschließend werden noch die Keller- und Sockelbereiche des Nordflügels abgedichtet und neue Lichtschächte eingebaut.

Das Sanierungskonzept berücksichtigt auch die im Dachbereich des Schlosses nistenden Mauersegler. Sie werden in ihrer Brutzeit nicht gestört.

Laut Zeitplan soll die Sanierung des Nordflügels bis Anfang 2021 andauern. Für die kommenden zwei Jahre sieht das Schloss-Sanierungskonzept noch die Sanierung der Vorder- und Rückseite des mittleren Schlossbereichs vor.

 Die Sanierung wird gefördert durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.