Sparkasse mit solidem Ergebnis

Der Blick in den Rückspiegel bei den Informationen über das Geschäftsjahr 2019 und zu aktuellen Entwicklungen fällt bei der Sparkasse Münsterland Ost verständlich schwer, weil die aktuelle Lage alles Bisherige in den Schatten stellt. Das solide Ergebnis aus dem vergangenen Jahr leistet jetzt seinen Beitrag dazu, dass die Sparkasse Ihre Kundinnen und Kunden in diesen schweren Zeiten bestmöglich unterstützen können“ ,so das Fazit des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Markus Schabel mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019.

Die Bilanzsumme des Instituts stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3,4 Prozent auf 9,8 Mrd. Euro. Bei einem Kundengeschäftsvolumen von 17,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,1 Mrd. Euro) lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit 1,01 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme bzw. 98,8 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert (1,15 Prozent bzw. 107,8 Mio. Euro), aber erneut über dem Durchschnitt der Sparkassen in Westfalen-Lippe (0,87 Prozent) und der Sparkassen bundesweit (0,76 Prozent).

Zinsüberschuss weiter rückläufig
Die Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase zeigten sich laut Sparkasse vor allem in der Haupteinnahmequelle des Instituts, dem Zinsüberschuss. Dieser ging in 2019 um 7,1 Prozent auf 168,2 Mio. Euro zurück (Vorjahreswert: 181,0 Mio. Euro). Durch Kosteneinsparungen und einen um 3,4 Mio. Euro (5,4 Prozent) gestiegenen Provisionsüberschuss konnte dieser Rückgang teilweise abgefedert werden. Insgesamt aber stieg die Cost-Income-Ratio, die das Verhältnis von Aufwand und Ertrag beschreibt, um 2,0 Prozentpunkte: So musste das Kreditinstitut im vergangenen Jahr rechnerisch 58,2 Cent (Vorjahr: 56,2 Cent) aufwenden, um einen Euro zu erwirtschaften. Unter dem Strich erzielte die Sparkasse einen Jahresüberschuss von 17,1 Mio. Euro (Vorjahr: 18,0 Mio. Euro).
Einlagen, Kredite und Wertpapiergeschäft im Plus
Ungeachtet der seit Jahren kaum noch vorhandenen Zinsen blieben die Kunden in Münster und dem Kreis Warendorf im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem den klassischen Sparformen treu – mit steigender Tendenz: In 2019 setzte sich der Trend fort, dass Kunden der Sparkasse immer mehr Geld anvertrauen. Der Bestand an Kundeneinlagen stieg um 3,7 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro. „Eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits freuen wir uns natürlich über das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse. Andererseits landete viel Erspartes auf unproduktiven Liquiditäts- oder Girokonten. Die Gelder hier verlieren inflationsbedingt zwangsläufig schleichend an Wert“, betont Markus Schabel. Dagegen legte der DAX im Verlauf des Jahres 2019 rund 25 Prozent zu und die Sparkasse verzeichnete einen Zuwachs im Wertpapiergeschäft von 15,4 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der Corona-bedingten Kursverluste in 2020 seien die Kunden besonnen geblieben. „Unsere Wertpapier-Sparerinnen und -Sparer wissen: An der Börse braucht man einen längeren Atem, denn hier geht es um die mittel- bis langfristigen Perspektiven. Aktienmarkteinbrüche waren bisher immer ein vorübergehendes Ereignis.“
Mit Blick auf die Kunden-Kreditbestände konnte die Sparkasse ein Wachstum von 3,5 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,0 Mrd. Euro) verbuchen. Dabei ist vor allem die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten ungebrochen hoch. Trotz weiterhin hoher Baukosten und eines knappen Angebots für Wohnimmobilien stieg der Bestand an privaten Immobilienkrediten um 4,9 % auf 2,9 Mrd. Euro.

Spenden und Sponsoring
Insgesamt habe sich die Sparkasse auch in 2019 als stabil erwiesen, fasst Markus Schabel das Geschäftsjahr zusammen. Mit einer Gesamtkapitalquote von 19,1 Prozent (Vorjahr: 19,3 Prozent) liege die Sparkasse oberhalb der Kapitalanforderungen von 12,0 Prozent, was als ein Indikator für den Zustand von Kreditinstituten gilt. „Von dieser Stärke profitierte auch in 2019 die gesamte Region“, ist Schabel überzeugt. So förderte die Sparkasse mit einem Spenden- und Sponsoring-Engagement in Höhe von 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) erneut zahlreiche Vereine und Institutionen. Die Förderungen der fünf Sparkassen-Stiftungen hinzugerechnet, unterstützte das Kreditinstitut mit insgesamt 3,1 Mio. Euro rund 1.000 Projekte.

Gemeinsam durch die Corona-Krise
Für das laufende Geschäftsjahr 2020 haben sich auch für die Sparkasse die Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie grundlegend verändert. „Seit Beginn der Krise setzen wir unsere ganze Kraft dafür ein, unsere Kundinnen und Kunden bestmöglich durch diese schweren Zeiten zu begleiten“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende die Situation der vergangenen Wochen. Mehr denn je sei die Sparkasse in der Verantwortung, den Menschen und Unternehmen im Münsterland mit schnellen, wirksamen und unbürokratischen Lösungen zu helfen. „Zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehört auch die Kredit- und Bargeldversorgung als Teil unseres öffentlichen Auftrags. Hierauf liegt aktuell unser besonderes Augenmerk.“

Soforthilfen nach Tagesfrist
So unterstützt die Sparkasse kleine und mittelständische Firmenkunden bei der Bereitstellung öffentlicher Fördermittel und stellt eigene Überbrückungskredite zur Verfügung. „Zu Spitzenzeiten haben wir fast 1.000 Gespräche täglich geführt, die teilweise sehr emotional waren, weil es für viele Firmen, aber auch Einzelunternehmer und Freiberufler schlichtweg um die Existenz geht“, berichtet der Sparkassen-Chef. Insgesamt erhielt das Kreditinstitut bis Ende April 167 Anträge für KfW-Förderkredite, die in den meisten Fällen binnen eines Tages beantwortet werden konnten. Damit hat die Sparkasse rund 41 Mio. Euro an öffentlichen Soforthilfen vergeben.

Kreditraten ausgesetzt
Zudem haben seit Mitte März rund 510 Privat- sowie 560 Firmenkunden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Kreditraten vorübergehend auszusetzen, was insgesamt einem Kreditvolumen von knapp 327 Mio. Euro entspricht. Außerdem wurde der Dispo-Zinssatz für Privatkunden vorübergehend um etwa die Hälfte gesenkt und gemeinsam mit den Volksbanken in Münster und dem Kreis Warendorf eine kostenfreie Geldautomaten-Nutzung vereinbart. So können die Kunden an den insgesamt rund 270 Sparkassen- und Volksbank-Automaten kostenfrei Geld abheben und haben kurze Wege zum Bargeld.

Dank von Kunden
„Bei unseren Beraterinnen und Beratern melden sich immer wieder Kundinnen und Kunden, die sich für unsere schnelle Hilfe in der Not bedanken. Mein Dank gilt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich derzeit schnell in neue Themen einarbeiten und auf diese Weise engagiert an der Bewältigung der Krise mitwirken. Das ist für mich die gelebte Sparkassen-Idee“, so das Resümee von Markus Schabel.

 
Gute Nachrichten ab es jedoch durch ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die Sparkassen Immobilien GmbH:

Immobilien und Grundstücke für 108 Millionen vermittelt

Sparkasse-Immobilien, Achim Friedrich, Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien GmbH

Egal ob Einfamilienhaus, Grundstück oder Singlewohnung: Die Nachfrage nach Immobilien jeglicher Art ist in Münster und im Kreis Warendorf weiterhin ungebrochen. Die Sparkassen Immobilien GmbH konnte in 2019 Grundstücke und Wohnraum im Gesamtwert von 108 Millionen Euro vermitteln. „Ein sehr gutes Ergebnis angesichts der herausfordernden Angebotssituation“, bilanziert Achim Friedrich, Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien GmbH.

Dem großen Kaufinteresse auf dem Immobilienmarkt stünde ein verhältnismäßig kleines Angebot gegenüber, so der Immobilienspezialist. Steigende Baukosten und das knappe Angebot würden derweil die Preise für Neubauten und Bestandsimmobilien auf dem Markt weiter in die Höhe treiben. „Der Immobilienmarkt ist in diesen Zeiten besonders interessant für Verkäufer, da sie sehr gute Preise für ihre Immobilien erzielen können. Uns ist es gleichzeitig wichtig, dass die Preise zum Objekt passen“, erklärt Friedrich. Entscheidend für die realistische Preiseinschätzung sei neben dem Baujahr und möglichen Modernisierungsmaßnahmen vor allem die Lage. „Gleichwohl wird in Münster nicht jeder Preis bezahlt und daran erkennt man, dass der Markt weiterhin funktioniert.“

Bestandsimmobilien als Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften oder größere Eigentumswohnungen waren in 2019 bei jungen Familien gefragt. „Wir beobachten verstärkt, dass viele Kaufinteressenten ihr Eigenheim mittlerweile nicht mehr nur im städtischen Raum von Münster, sondern auch vermehrt im Kreis Warendorf suchen.“ Doch nicht nur Selbstnutzer waren im vergangenen Jahr auf Immobiliensuche: „Bei Kapitalanlegern waren in 2019 besonders Eigentumswohnungen beliebt, da sie eine vielversprechende Rendite inklusive Wertsteigerungspotential bieten“, so Achim Friedrich. Als wichtige Faktoren für die positiven Geschäftszahlen nennt Friedrich die nach wie vor hohe Wertstabilität von Immobilien, das günstige Zinsniveau für Finanzierungen und die gute Beschäftigungslage im Münsterland.

In 2020 hält die Sparkassen Immobilien GmbH in ihrem Immobilienportfolio neben attraktiven Bestandsimmobilien auch zahlreiche Neubauprojekte bereit: Dazu gehören Apartments am Aasee, Eigentumswohnungen im Kreuzviertel in Münster sowie Eigentumswohnungen in Telgte und Warendorf.


Bild: Sparkasse Münsterland Ost:

Klaus Richter, Vorstandsmitglied

Markus Schabel, Vorstandsvorsitzender

Roland Klein, stellvertretendes Vorstandsmitglied

Peter Scholz, Vorstandsmitglied