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Dienstag, August 9, 2022

Adiós Stierkampf, Laporta und Correbous olé: Visca Catalunya!

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Das Bild in der Zeitung "Marca" meinte gleich zwei Dinge: Einmal das Verbot der Stierkämpfe in Katalonien am 28. Juli – und die Rekordschulden des FC Barcelona, Laportas Erbe. In der Tat: Was in Barcelona und Umgebung derzeit passiert, ist skurril wie die Bauwerke von Gaudí – leider aber weniger kunstsinnig.

Da gibt es einen Regierungschef namens Montilla, der zwar in Andalusien geboren ist, den Kindern in Katalonien aber verordnet, in der Schule allein auf Katalanisch unterrichtet zu werden. Seine eigenen Kinder gehen allerdings auf die deutsche Schule in Barcelona.

Derselbe Montilla ist bekennender Freund des Stierkampfes. Seine sozialistische Partei hat gerade mitgeholfen, die Corrida in Katalonien abzuschaffen. Er selbst habe gegen das Verbot gestimmt, er sei ein freiheitsliebender Mensch, sagte Montilla nach der Abstimmung. Dass seine Parteifreunde nicht so freiheitlich denken, scheint ihn nicht zu stören. Was ist schon Freiheit? Hauptsache, der eigene Job ist sicher.

Fakt ist: Die grausamen Stiertreiben, bei denen den Tieren brennender Teer auf die Hörner geschmiert wird, bleiben in Katalonien bestehen – auch am Mittwoch, dem Tag des Stierkampf-Verbotes wurden sie gefeiert, zum Beispiel in Sant Carles bei Tarragona. (Bild)

Nicht selten ziehen sich die Tiere dabei schwere Verletzungen zu oder sterben an Herzstillstand. Nach der Benutzung auf den Dorffesten dämmern die traumatisierten Stiere dann wieder im Stall vor sich hin, bis sie für die nächste Fiesta gemietet werden – zusammen mit einem Dixi-Klo gibt’s Rabatt.

Solche Spektakel sind vor allem in der Provinz beliebt, wo oftmals die Nationalisten oder Separatisten das Sagen haben – also jene Parteien, deren Stimmen für das Verbot des Stierkampfes ausschlaggebend waren.

Der Stierkampf, so will es die Legende, ist dagegen Ausdruck des spanischen Imperialismus. Beim Stierkampf leben die Stiere vier Jahre lang wie die Könige wild auf der grünen Wiese – nach 20 Minuten Corrida in der Arena werden sie professionell getötet. Was also gehörte im Namen des Tierschutzes eher verboten: der Stierkampf oder die "Correbous"?

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Um Tierschutz geht es aber eben nicht. Das eigentliche Problem dürfte sein, dass die Stars der Corrida derzeit aus Madrid, Granada und Frankreich kommen – und nicht aus Katalonien. Kaum vorstellbar, dass die Stierkämpfe abgeschafft würden, wären dort als Matadore ähnliche Stars wie Andrés Iniesta oder Xavi zu bewundern, die Fußballhelden vom FC Barcelona.

Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis das katalanische Parlament ihnen verbietet, für Spanien zu kicken. Schließlich sind sie Katalanen. Und wäre es nicht glaubwürdiger, der FC Barcelona würde die spanische Meisterschaft boykottieren und Jahr für Jahr seine Titel in der katalanischen Liga holen?

Das wäre eines Politikers wie Joan Laporta wahrhaft würdig gewesen. Der bekennende Separatist hat als Präsident den FC Barcelona zu großen Triumphen verholfen – und dabei einen Schuldenberg von 552 Millionen Euro angehäuft. Der ganze Budenzauber nur auf Pump, Uli Hoeness hatte immer recht.

Zur Belohnung will Laporta von den Katalanen ins nächste Regionalparlament gewählt werden. Wahrscheinlich werden sie es tun. (SAZ, dpa; Foto: Marca)

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