Archiv des Autors: Luisa Baumann

Der glücklichste Hund der Welt

Schnell wird aus einem Freund fürs Leben, ein langes, trauriges Hundeleben für den neuen vierbeinigen Lebensbegleiter. – Was sollten Menschen mitbringen, die einen Hund halten wollen? Hier erfahrt Ihr die wichtigsten Anforderungen, die ein guter Hundehalter erfüllen sollte:

Neugier und Interesse
Es gibt so viel Neues zu erfahren, wenn man in das Leben eines Hundehalters tritt.
Eine gesunde Neugier sollte sich auch der erfahrenste Hundebesitzer bewahren. Spätestens seit Hunde spürbaren Einzug in die Forschung gehalten haben, gibt es immer wieder Erkenntnisse, die altes Wissen hart auf die Probe stellen.

Jeder Hund ist ein Individuum, mit ganz eigenen Ideen, Talenten und auch Schwächen. Sich auf den eigenen Hund und seine Begabungen einzulassen erfordert zuweilen viel Geduld – aber es lohnt sich, schon aufgrund all der Dinge, die gerade ein verhaltensorigineller Hund uns lehren kann.

Wer eintaucht in die Hundewelt, wird schnell über Begriffe wie „Dominanz“, „Rudelführer“ und „harte Hand“ stolpern. Sich davon nicht umwerfen zu lassen und weiterzuforschen ist lohnenswert: Längst sind die Theorien von Rudel, Dominanz und notwendiger Härte widerlegt. Selbst L. David Mech, Vater des „Alphawolfs“, kämpft seit Langem gegen die Nutzung dieses missverstandenen Begriffs. Neugierig? Adam erklärt es hier sehr schön. (Verlinkung: https://www.youtube.com/watch?v=0Ti86veZBjU)
Und stark vereinfacht lässt sich sagen: Je mehr ein Hundehalter weiß, je breiter seine Bildung gefächert ist, desto besser geht es auch seinem Hund.

Und wie ist das überhaupt mit der Hundeerziehung?
Was muss, was soll, was kann? Und wie funktioniert das überhaupt?
Clicker, Markerwort oder doch direkt der Primärverstärker? Wenn das noch Fremdworte sind, ist es Zeit die eigene Neugier von der Leine zu lassen.
Hundetraining kann allen Beteiligten unglaublich viel Spaß machen, wenn man nur weiß, wie man selbst und sein Hund am besten an neue Aufgaben herangehen.

Ein Augenmerk darauf zu haben, richtiges Verhalten zu bestärken bevor es von unerwünschtem Verhalten abgelöst wird, ist an dieser Stelle übrigens Gold wert.

Rücksichtnahme und Lernbereitschaft
Hundehalter übernehmen eine große Verantwortung – Rücksicht und den Willen, immer weiterzulernen, müssen sie unbedingt mitbringen.

Viele Gesetze regeln mittlerweile unser Zusammenleben mit dem Hund. Wer das nicht gut findet, sollte am besten mit gutem Beispiel vorangehen.
Denn ihren Ursprung nehmen viele dieser Gesetze in einem Wunsch nach Rücksichtnahme und Sicherheit vonseiten anderer Menschen.

Unserem Hund keine unerwünschte Annäherung an Mensch, Tier und Weidegrund zu gestatten gehört ebenso dazu, wie auf die Bitte eines Rückrufs oder des Anleinens prompt einzugehen, auch wenn es für uns unnötig erscheint. Unser Gegenüber hat garantiert einen wichtigen Anlass für die Bitte.

Auch hat unser Hund auf fremdem Land und Gut, dazu gehören auch Felder, nichts zu suchen. Gerade Felder die durch Hundekot und -urin verunreinigt werden, rächen sich unauffällig: Wir essen das Gemüse, was dort wächst. Und welcher Gemüsegärtner würde schon mit Hundekot düngen?

Rücksicht gilt es auch auf Hausbesitzer zu nehmen. Nur weil der eigene Hund viel Freude am Markieren hat, muss das an Hauswänden und Hecken noch lange nicht gestattet werden. Bäume, Laternenpfähle und Co. gibt es doch genug.

Naturschutz ernst zu nehmen
Dazu gehört selbstverständlich, Kotbeutel, Leckerchenverpackung und die Bierflasche vom Schützenfest artgerecht zu entsorgen, aber auch, dem Hund keinerlei Wildkontakt angedeihen zu lassen. Auch wenn die Brut- und Setzzeit dank Katzenhaltung, Erntemaschinen und Jagd für viele Hundehalter eher eine Farce darstellt, sollten gerade wir mit gutem Beispiel vorangehen und dem Wild seinen Frieden lassen.

Verantwortung für das Wohl und Wehe unserer Mitmenschen und Mittiere zu übernehmen, gehört dazu. Kreative Wege, wie Hund und Mensch trotzdem zu ihrem Recht kommen, gibt es zum Glück zuhauf: So bieten „Stadt-Agility“, Mantrailing, Tricktraining und Schnüffelspiele auch an der Leine viele Auslastungsmöglichkeiten. Und wem das nicht genügt, der wird das umfangreiche Sportangebot auf dem Hundeplatz zu schätzen wissen.

Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit
Ein wichtiges Kriterium für alle Hundehalter stellen Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit dar.
Und damit ist nicht in erster Linie ein Durchsetzen dem Hund gegenüber gemeint. Mit ein wenig Geschick und Ausdauer können wir unseren Hunden beinahe alles beibringen oder abgewöhnen.

Eine deutlich härtere Nuss stellen hingegen unsere Nachbarn, Freunde und Kollegen dar: Im Radius von 100 Metern um einen Hund herum ist nämlich jeder ein Experte. Dabei spielt es keine Rolle, ob er einen Hund zuvor schon mal aus der Nähe gesehen hat. Irgendetwas hat wirklich jeder schon über Hunde gehört und gerade wer einem verunsicherten Ersthundehalter gegenübersteht, ist oft versucht ihn mit guten Ratschlägen nur so zu überschütten.

Hier ist es wichtig, sich auf den eigenen Bauch verlassen zu können und zu sich und seinem Hund zu stehen; auch wenn einem der Untergang des Abendlandes prophezeit wird, sofern der Hund einmal im Bett schlafen darf.

Das eigene Selbstbewusstsein zu stärken ist daher für neue Hundehalter eine wichtige Aufgabe – von der auch der Hund profitieren kann. Denn wer selbstsicher durchs Leben geht, hilft auch dem eigenen Hund, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben.
Und kann auch mal nein sagen, wenn ein besonderer neuer „Erziehungstipp“ am Hund demonstriert werden soll…

Zu guter Letzt gibt es aber doch nur eins, das entscheidet, ob jemand als Hundehalter geeignet ist:
Der Wunsch, nicht nur den schönsten, stärksten oder besterzogensten, sondern vor allem den glücklichsten Hund der Welt zu haben.


Für die Recherchen und Tipps bedanken wir uns bei “Lara” vom Team Lara. – Das Team Lara steht für Hundetraining ohne Bullshit in der Region Münster. Wer liebevolles und effizientes Hundetraining daheim sucht, ist bei Team Lara an der richtigen Adresse.
Als Mitglied des Netzwerkes Trainieren statt dominieren und Unterstützer der Initiative für gewaltfreies Hundetraining hat sich Team Lara den guten Ton in der Hundeerziehung auf die Fahnen geschrieben. Weitere Information dazu gibt es unter: www.team-lara.de


Quellen abgerufen am 21.02.2019
https://www.theguardian.com/science/2011/jul/17/dog-training-john-bradshaw-animal-behaviour

Positive Bestärkung – Ein Guide


https://www.easy-dogs.net/home/blog/training/maria_rehberger/belohnung_in_der_hundeerziehung.html
https://www.easy-dogs.net/home/blog/der_hund_zucht_haltung/gastautoren/esther_hufschmid/dominanz_hufschmid.html
https://markertraining.de/series/strafe-im-hundetraining/
https://www.trainieren-statt-dominieren.de/blog/14-allgemein/18-hunde-machen-das-doch-untereinander-auch-so

5 Gründe, warum immer mehr Trainer*innen modernes Hundetraining bevorzugen und wie du davon profitieren kannst

Was jede*r über Strafe im Hundetraining wissen sollte


https://www.trainieren-statt-dominieren.de/blog/14-allgemein/89-warum-ich-auf-gewalt-im-hundetraining-verzichte
https://www.gewaltfreies-hundetraining.ch/positionspapier