Individualität statt pauschale Lösungsansätze – Experte verrät, worauf es beim Fachkräftemangel in der Hotelbranche wirklich ankommt

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Güstrow (ots) –

Das Hotelgewerbe hat immer wieder mit Herausforderungen zu kämpfen. Viele Betriebe mussten während der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Der Wegfall der Einnahmen stellte dabei nicht das einzige Problem für die Betreiber dar. Vielmehr wechselten in der Not auch viele Angestellte die Branche. Für eine Branche, die ohnehin unter dem Mangel an gut ausgebildetem Personal zu leiden hat, ist diese Entwicklung eine existenzielle Bedrohung.

Viele Lösungsansätze wurden bisher erwogen. Darunter etwa die Modernisierung der Ausbildung, die Einführung der Vier-Tage-Woche oder die Anhebung der Gehälter. Doch es darf bezweifelt werden, dass diese Versuche zum Erfolg führen, weiß Steve Heinecke. Denn oftmals werden damit die eigentlichen Probleme der Branche ignoriert. Dabei könnte es durchaus einfach sein, echte Fortschritte durch geringfügige Veränderungen zu erreichen. Wie das gelingt, erläutert der Hotellerie-Experte in diesem Beitrag.

Trotz Veränderungen ist keine Besserung in Sicht

Das Einführen der Vier-Tage-Woche mag ein erster Ansatz sein, die Probleme innerhalb der Hotelbranche zu lösen. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass sich damit ein echter Wandel erzielen lässt. Denn meist bedeutet eine solche Reduzierung der Arbeitszeit, dass das gleiche Pensum in vier statt wie zuvor in fünf Tagen erledigt werden muss. Die Angestellten erwartet damit genau genommen ein strafferer Arbeitsalltag, aus dem sich schnell die Gefahr der Überbelastung ergeben könnte.

Dabei beweisen andere Branchen, dass die Fünf-Tage-Woche eigentlich gar kein Problem darstellt und von den Mitarbeitern weitgehend mühelos bewältigt werden kann. Im Hotelgewerbe zeigt sich eher ein anderer Missstand: Der Beruf und die Arbeitsbedingungen sind weitgehend unattraktiv. Es gelingt unter solchen Voraussetzungen nicht mehr, die Fachkräfte anzusprechen.

Das moderne Einwanderungsgesetz hilft wenig

Doch die Vier-Tage-Woche ist nicht der einzige Versuch, die angespannte Lage zu lockern. Vielfach wird der Ruf aus den Hotels immer lauter, dass die Politik der Branche helfen müsse. Dort wird gegenwärtig die Modernisierung des Einwanderungsgesetzes besprochen. Auf diese Weise soll es gelingen, den Fachkräften aus dem Ausland die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Abermals steht jedoch die Befürchtung offen, dass es sich dabei um keine dauerhafte Lösung handeln wird. Denn schon in den letzten Jahren hat sich das Hotelgewerbe oftmals der Arbeitskräfte aus dem Ausland bedient – trotzdem konnte an den in der Branche vorliegenden Mängeln nur wenig zum Positiven verändert werden. Es gilt also, die eigentlichen Probleme zu erkennen und sie so zu beheben, dass nachhaltig gute Arbeitsbedingungen gewährleistet werden.

Mehr Geld führt nicht zu weniger Problemen

Einige Hotels forcieren ihr Recruiting, um ungeachtet aller Missstände in der Branche auch weiterhin im Werben um hoch qualifizierte Mitarbeiter erfolgreich zu sein. An sich ist es eine gute Idee, einmal selbst zu überlegen, durch welche Veränderungen sich der Betrieb als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und somit für neue Kollegen interessant sein könnte.

Doch oft wird dabei zu den falschen Mitteln gegriffen: In vielen Fällen wird den potenziellen Angestellten lediglich ein überdurchschnittlich hohes Gehalt in Aussicht gestellt. Aber angesichts der derzeitigen Krisen in der Gesellschaft, zu denen etwa die Inflation oder die Erhöhung der Preise für Gas und Strom gehören, sollte die Anhebung der Löhne ohnehin weitgehend alternativlos sein. Geld alleine kann die eigentlichen Wünsche der Fachkräfte indes nicht lösen.

Die Digitalisierung ermöglicht Fortschritte

Schaut man sich in der Hotelbranche einmal etwas genauer um, so werden erste Mängel meist schnell deutlich: Viele Betriebe haben es in den letzten Jahren versäumt, den Sprung in die Gegenwart und somit in das digitale Zeitalter zu bewältigen. Zahlreiche Prozesse im Arbeitsalltag werden weiterhin auf traditionelle Weise erledigt, woraus sich für jeden Angestellten ein hohes Pensum ergibt.

Dabei könnten automatisierte Lösungen hier für Abhilfe sorgen. In der Folge werden die Mitarbeiter mehr Zeit finden, um sich den wirklich wichtigen Aufgaben ihres Jobs zu widmen – für die sie in der Ausbildung und in meist langjähriger Berufserfahrung das erforderliche Know-how erworben haben. Oder anders ausgedrückt: Keine Fachkraft lässt sich davon überzeugen, stundenlang am Telefon der Rezeption die Zimmerreservierungen entgegennehmen zu müssen.

Junge Menschen müssen für den Beruf gewonnen werden

Daran anknüpfend zeigt sich, dass alle Versuche der letzten Jahre, die Inhalte der Ausbildung für das Hotelgewerbe zu modernisieren, natürlich einen guten Ansatz bieten, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Doch die Qualität der Fachkräfte, die aus der Lehrzeit in die Festanstellung wechseln, befand sich ohnehin auf einem hohen Niveau. Aber was bringen alle Reformen, wenn unter den Schulabsolventen die Zahl jener jungen Menschen sinkt, die sich für die Arbeit in einem Hotel begeistern können?

Folglich lässt sich nicht leugnen, dass der Beruf selbst an Attraktivität verloren hat. Hier muss angesetzt werden, damit künftig mehr Angestellte in der Branche zur Verfügung stehen. Neben individuellen Arbeitszeitmodellen ist es dabei wichtig, wieder auf die Bedürfnisse der Kollegen einzugehen.

Jedes Hotel ist in der Krise gefordert

Der bereits angesprochene Begriff der Individualität bekommt bei der Suche nach Lösungen eine hohe Relevanz. Denn so wie sich jedes Hotel in seinem Aufbau, seiner Struktur und seiner Zielgruppe unterscheidet, so weichen auch die Wünsche der Fachkräfte voneinander ab. Was dem einen Angestellten wichtig ist, besitzt für den anderen eventuell schon keine Bedeutung mehr.

Ratsam ist es somit, das Recruiting wieder stärker zu individualisieren. Jedes Hotel sollte sich selbst fragen, welche Ansätze es zur Bewältigung der Probleme leisten kann: Welche Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale liegen vor, um sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren? Wie kann es zudem gelingen, gezielt auf die Bedürfnisse der Fachkräfte einzugehen und sie somit von einem Wechsel in das Hotel zu überzeugen?

Erstklassige Arbeit führt zu erstklassigen Angestellten

Bereits durch digitalisierte Prozesse im Alltag, durch flexible Arbeitszeitmodelle, durch einen lukrativen Lohn und vor allem aber durch persönliche Perspektiven wie Fortbildungen und fachspezifische Qualifikationen lässt sich ein großer Fortschritt erzielen. Der Angestellte wünscht sich immer auch ein hohes Maß an Wertschätzung: Er möchte, dass seine gute Arbeit registriert und honoriert wird.

Werden ihm dagegen keine Möglichkeiten der beruflichen Selbstverwirklichung geboten, wird er sich schnell einem anderen Hotelbetrieb zuwenden und dort seine Arbeit fortsetzen. Denn gerade in den Zeiten des Fachkräftemangels muss die Lösung darin bestehen, jeden einzelnen Arbeitsplatz und damit alle Bereiche im Haus so zu optimieren, dass das gut ausgebildete Personal gerne zu diesem Arbeitgeber wechselt – und diesem auch über lange Zeit erhalten bleibt, ohne jemals einen Jobwechsel zu erwägen.

Über Performance Hotel:

Alexander Laubner und Steve Heinecke sind die Gründer von Performance Hotel. Mit ihrer Agentur unterstützen sie Hotels, Apartmentanlagen und Urlaubsresorts bei der Gewinnung von Gästen und Mitarbeitern. Ihre Strategie beruht auf einem direkten Marketing. Es ist notwendig, dass Hotels gezielt, wie auch bei den eigenen Gästen, auf potenzielle Bewerber zugehen, um sie als Arbeitgeber zu überzeugen. Hierfür positionieren sie ihre Kunden als authentischen und attraktiven Arbeitgeber in ihrer Region. Weitere Informationen über: https://performancehotel.com/

Pressekontakt:
Performance Hotel GmbH
Vertreten durch Alexander Laubner & Steve Heinecke

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