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Dienstag, Oktober 4, 2022

Kreditkarten-Skandal Spanien: Postbank meldet erste Schäden

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Die Postbank bestätigte am Mittwoch, es habe Kundenbeschwerden über Unregelmäßigkeiten und Fehlbeträge gegeben. Bei den Sparkassen, der Deutschen Bank und der Commerzbank hieß es, der Austausch betroffener Karten erfolge rein vorsorglich.

Nach dpa-Informationen müssen in Deutschland mehrere hunderttausend Karten ausgetauscht werden, allein bei den Sparkassen 190.000 Stück. Verbraucherschützer übten harsche Kritik und forderten, die Geldhäuser müssten Kunden schneller aufklären und für mehr Schutz der Daten sorgen.

Bereits vor vier Wochen hätten die Kartenunternehmen Mastercard und Visa die Institute über betroffene Karten informiert, kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

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"Wer schon so lange über das Problem Bescheid weiß, sollte in der Lage sein, seine Kunden umfassend aufzuklären."

Aller Wahrscheinlichkeit nach sei es zu einem kriminellen Angriff auf Karteninformationen bei einem spanischen Abrechnungsdienstleister gekommen. Dort hätten anscheinend entweder Mitarbeiter Daten entwendet oder Hacker sich Zugang zu einem Computerserver verschafft.

Die Dienstleister müssten sicherstellen, dass ihre Systeme nicht von außen geknackt werden könnten und sie ihr Personal mit größter Sorgfalt auswählten und kontrollierten.

Verbraucher sollten bei Banken nachfragen, ob ihre Karte betroffen sei, und Abrechnungen genau kontrollieren, sagte vzbv-Experte Manfred Westphal. "Wenn sich auf den Auszügen nicht genehmigte Abbuchungen befinden, sollten die Betroffenen von ihrer Bank umgehend fordern, die Beträge zu erstatten." Die Geldinstitute stünden in der Pflicht, für etwaige Schäden in jedem Fall einzustehen.

Die Postbank hat auch selbst bereits Unregelmäßigkeiten entdeckt, wie ein Sprecher sagte. Es handele sich bisher nur "um ein geringes Maß". Zahlen nannte er nicht. Karten betroffener Kunden seien gesperrt und ausgetauscht worden. Es sei noch nicht definitiv klar, ob die Unregelmäßigkeiten mit dem Datendiebstahl in Spanien zusammenhingen.

Bei der Deutschen Bank hieß es, derzeit würden wegen der Warnungen von Visa und Mastercard mehr Kreditkarten ausgetauscht als üblich. Wie viele Kunden des größten deutschen Kreditinstituts betroffen sind, wollte ein Sprecher nicht sagen. Auch zu Kosten für Herstellung und Vertrieb der Karten äußerte er sich nicht. Schadensfälle gebe es nicht, die Maßnahme sei rein präventiv.

Bei der Commerzbank wurde Anfang November "eine geringe Zahl von Kreditkarten umgetauscht", wie ein Sprecher sagte. Der Kartenaustausch sei vorsorglich und dauere einige Tage. Tatsächliche Betrugsfälle gebe es bei der Bank nicht.

Insgesamt sind in Deutschland mehr als 20 Millionen Kreditkarten im Umlauf. Kreise bestätigten der dpa am Mittwoch einen Bericht des Bayerischen Fernsehens, wonach allein die Sparkassen 190.000 Karten austauschen müssten. (dpa)

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Foto: Wikipedia

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